Arbeitgeberpräsident
Hundt mahnt Gesetz zur Tarifeinheit an

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die schwarz-gelbe Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, eine gesetzliche Regelung des Prinzips "Ein Betrieb - ein Tarifvertrag" auf die lange Bank zu schieben. "Es wäre fatal, einfach abzuwarten, bis es in den Betrieben zu lähmenden Verteilungskämpfen kommt", mahnte Hundt in einem Interview mit dem Handelsblatt.
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BERLIN. Der aktuelle Konjunkturaufschwung "verstärkt die Versuchung für einzelne Berufsgruppen, sich tarifpolitisch zu profilieren", warnte er. "Es ist an der Zeit, dass die Regierung nun auch Taten folgen lässt."

Vor dem Deutschen Arbeitgebertag am Dienstag, auf dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gast sein wird, richtete Hundt damit einen dringenden Appell an die Regierung. "Wer die Tarifeinheit aufgibt, legt die Axt an die Wurzel der Tarifautonomie", sagte er.

Hintergrund ist ein Kurswechsel der Rechtsprechung, durch den das Bundesarbeitsgericht im Juni die Position von Berufsgewerkschaften im Wettbewerb mit großen Branchengewerkschaften gestärkt hatte. Die Arbeitgeber sehen dadurch den Tariffrieden in den Betrieben bedroht und fordern eine gesetzliche Neuregelung, die insbesondere Streiks einzelner Berufsgruppen während der Laufzeit gültiger Tarifverträge mit Branchengewerkschaften verhindern soll.

Merkel hatte den Arbeitgebern und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) im Spätsommer in Aussicht gestellt, dass die Regierung noch im Herbst über eine gesetzliche Regelung entscheiden werde. "In allen Gesprächen mit Spitzenpolitikern habe ich seither nur zustimmende Äußerungen gehört", betonte Hundt. Deshalb müsse nun auch entsprechend gehandelt werden, forderte er.

Kommentare zu " Arbeitgeberpräsident: Hundt mahnt Gesetz zur Tarifeinheit an"

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  • Richtig so. Das Geld muss wieder in den Handel fließen - und zwar über die Gehälter. Sonst kommt hier doch kein Handel zustande. Und wenn erst wieder alle am Handel Teilhabe haben, dann vertragen wir uns auch wieder besser. Dann "lohnt" sich das Arbeiten, und die Staatsfinanzen werden mitsaniert, ganz nebenbei !!!

  • Wo ist hier ein Konjunkturaufschwung? Die paar Extra-Aufträge aus dem chinesischen Konjunkturprogramm sind bestenfalls eine Schwalbe, welche bekanntlich keinen Sommer macht. Alles schon wieder vorbei - tempi passati, nur möglich gewesen mittels steuersubventionierter Kurzarbeit, die "gleitende Produktivitäten" und damit niedere Lohnstückkosten ermöglichten. Auch das ist vorbei. in der industrie wissen das doch alle - und verlagern fleißig in kostengünstige Ausland. Neueinstellungen werden bevorzugt dort vorgenommen wie auch investitionen. Deutschland ist längst passe`. Einheitliche Tarife im Unternehmen wären für die paar Jahre hier ganz nett - wirklich wichtig sind diese Scheingefechte nur zur beruhigung der sheep.

  • Der Fettsack sieht seine Felle davonschwimmen, GUT SO!!!

    Wenn er Die Tarifautonomie will kann er sie ganz einfach haben, indem der beste Tarifabschluss innerhalb eines betriebes für allgemeingültig erklärt wird :-D

    Vorbei die schöne Zeit der "christlichen" Tarifverträge !

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