Arbeitgeberpräsident
Hundt rechnet mit schwarz-gelber Politik ab

Den Atomausstieg findet er überstürzt, die Steuerpolitik befinde sich auf einem Zickzackkurs. Arbeitgeberpräsident Hundt kritisiert die Koalition im Handelsblatt-Interview scharf.
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DüsseldorfArbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat der schwarz-gelben Bundesregierung schwere Versäumnisse in den zentralen Politikbereichen vorgeworfen. Der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durchgesetzte Atomausstieg sei "überstürzt und nicht zu Ende gedacht", warnte er im Interview mit dem Handelsblatt. "Ich mache mir vor allem um die Verlässlichkeit der Stromversorgung große Sorgen", sagte er. "Da werden wir bis 2022 noch große Überraschungen erleben." Dabei seien "für viele Branchen und Unternehmen schon kurze Stromunterbrechungen mit dramatischnn Verlusten verbunden", warnte Hundt.

"Das ist mit Sicherheit nicht vertrauensbildend", urteilte der Arbeitgeberpräsident auch mit einem Blick über die Energiepolitik hinaus: "Das Gleiche gilt für den steuerpolitischen Zickzackkurs der Regierungskoalition." Eindeutigen Vorrang vor Steuerentlastungen müsse die Sanierung der Staatsfinanzen haben. "Wenn die Regierung die Schuldenbremse der Verfassung ernst nimmt, müssten Steuersenkungen komplett gegenfinanziert werden", sagte er. "Aber dazu fehlt offenbar die politische Kraft."

Für die zweite Halbzeit der Leigislaturperiode mahnte Hundt einen grundlegenden Neuanfang der schwarz-gelben Regierungspolitik an. "Ich fordere ein zielgerichtetes Handeln der Regierung", sagte er. "Die Kakofonie und die Streitereien unter den drei Koalitionspartnern müssen aufhören", monierte Hundt. "In einem solide geführten Unternehmen wäre so etwas undenkbar."

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur
Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

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