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Arbeitgeberpräsident Hundt: „Verteilungskämpfe in den Betrieben wären fatal“

exklusiv Fachkräftemangel statt Massenarbeitslosigkeit - am Arbeitsmarkt kündigt sich eine Zeitenwende an. Dieter Hundt leuchtet im Gespräch mit dem Handelsblatt die Konsequenzen aus. Der Arbeitgeberpräsident spricht über Zeitarbeiter, das Krisenmanagement der Bundesregierung und das dauernde Gezeter der Gewerkschaften.

Dieter Hundt: Zeitarbeiter ergänzen lediglich die Stammbelegschaft. Quelle: Reuters
Dieter Hundt: Zeitarbeiter ergänzen lediglich die Stammbelegschaft. Quelle: Reuters

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Handelsblatt: Herr Hundt, die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit sinkt - und die Gewerkschaften protestieren gegen eine "soziale Schieflage". Können Sie erklären, was da schief läuft im Land?

Dieter Hundt: Zunächst einmal ist den Tarifpartnern - also Arbeitgebern und Gewerkschaften - ein sehr gutes Zeugnis dafür auszustellen, wie sie mit der Krise umgegangen sind. Ihrem konstruktiven Zusammenwirken ist es entscheidend zu verdanken, dass rund 1,5 Millionen Menschen vor Arbeitslosigkeit gerettet wurden und sich der Aufschwung, bei allen verbleibenden Risiken, so gut entwickelt...

...was aber nicht erklärt, warum nun so viele Menschen eine Schieflage wahrnehmen.

Wir geben in Deutschland mehr als 750 Milliarden Euro für Sozialleistungen aus. Auch im vergangenen Krisenjahr sind die Sozialleistungen noch einmal um mehr als 30 Milliarden Euro gestiegen. Damit liegen wir im internationalen Vergleich ganz vorne. Wenn Gewerkschafter da von sozialer Schieflage reden, ist das unangemessen - um nicht zu sagen reiner Populismus.

Der Protest richtet sich auch dagegen, dass die Unternehmen jetzt so stark auf Zeitarbeit setzen, statt auf mehr Stammpersonal. Ist das denn in Ordnung?

Es liegt nahe, dass die Zeitarbeit derzeit zunimmt, weil viele Unternehmen noch nicht sicher sind, wie stabil der Aufschwung ist. Ich bin aber überzeugt: Der Beschäftigungsaufbau wird sich bald wieder in Richtung Stammpersonal verschieben. Ich wehre mich daher massiv dagegen, Zeitarbeit einschränken zu wollen.

Der Vorwurf lautet: Unternehmen nutzen Zeitarbeit, um höhere Tarifstandards für Stammkräfte zu unterlaufen. Ist der falsch?

Zeitarbeitnehmer ergänzen die Stammbelegschaften, sie ersetzen sie nicht. Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie haben beispielsweise im letzten Aufschwung bis 2008 rund 60 000 zusätzliche Zeitarbeitnehmer beschäftigt, gleichzeitig aber 240 000 neue Stammarbeitsplätze geschaffen.

  • 23.11.2010, 03:20 UhrAnonymer Benutzer: Tooltime

    Mitunter fragt man sich schon wer noch komischer als ungefragte Kommentatoren zu wirken wünscht: der bDA, Dieter Hundt, Hb, die Redaktion oder einfach alle zusammen?

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