Arbeitgeberpräsident kritisiert „Überbietungswettbewerb“ bei Einschnitten für Arbeitnehmer
Hundt kritisiert die Unternehmen

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die Gewerkschaften davor gewarnt, den Trend zu flexibleren Tarifvereinbarungen auf Betriebsebene zu blockieren. Zugleich verwahrte er sich gegen Versuche der Wirtschaft, mit Vorschlägen zu immer gravierenderen Einschnitten ins Arbeits- und Tarifrecht einen „Überbietungswettbewerb“ zu starten.

HB BERLIN. Überlegungen von Unionsfraktionsvize Friedrich Merz, den Kündigungsschutz ersatzlos zu streichen, wies Hundt zurück. Die Tarifrunde 2004 bewertete der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gestern in einer Bilanz positiv. Auf dem Weg zur Modernisierung der Branchentarifverträge sei man „deutlich vorangekommen“, jedoch noch nicht am Ziel, sagte Hundt in Berlin. Die Tarifautonomie habe nur Zukunft, wenn eine neue Balance zwischen tarifvertraglicher und betrieblicher Regelung gefunden werde. Ziel müsse sein, die Wettbewerbsposition der deutschen Unternehmen zu stärken.

Hundt warnte davor, „aus betrieblichen Verhandlungen öffentliche Konflikte“ zu machen. Er mahnte dabei auch die Wirtschaft zur Zurückhaltung. Immer häufiger würden Forderungen nach der Devise gestellt: „Wer bietet mehr?“ So kritisierte Hundt Vorstöße zur Einführung von „42, 44 oder 55 Wochenstunden“ sowie zur Streichung von Feiertagen oder Urlaubswochen. Dies sei schädlich, „weil es Widerstand produziert und Ängste fördert“.

Unterstützung signalisierte der BDA-Chef für den Vorschlag von FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, Unternehmen sollten mit den Arbeitnehmern nicht nur über Einschnitte in schwierigen Zeiten sprechen, sondern ihnen auch Perspektiven für eine Gewinnbeteiligung geben dürfen. In Zeiten, in denen Firmen unter starkem Kostendruck stehen, sei das eine Möglichkeit, Beschäftigten Anreize zu geben. Lobend erwähnte Hundt den „eindeutigen Trend“ zu differenzierten Gestaltungsmöglichkeiten auf Betriebsebene. Es sei „gelungen, den „Geleitzug bei der Lohnentwicklung zu entkoppeln“. Die Tarifrunde 2004 habe bis auf wenige Ausnahmen vertretbare Entgeltanhebungen von rund 1,5 Prozent gebracht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%