Arbeitnehmer-Freizügigkeit
Neue Bedingungen bieten "überwiegend Chancen"

Die neue EU-Freizügigkeit für Arbeitnehmer kann den Mangel an Fachkräften und Azubis abschwächen - dennoch werden auch 2011 noch viele Stellen frei bleiben, so heißt es beim Zentralverband des Deutschen Handwerks.
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KölnDie neue EU-Freizügigkeit für Arbeitnehmer kann den Fachkräfte- und Azubimangel im Handwerk abmildern, die Lücken aber nicht schließen. Das sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, am Montag in Köln. Es gebe eine intensive Nachfrage aus osteuropäischen Ländern oder auch aus Spanien am dualen Ausbildungssystem und an Lehrstellen in Deutschland. Nach 8.000 und 10.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen 2010 und 2009 müssten sich Handwerksbetriebe aber auch 2011 wohl wieder auf freibleibende Stellen einstellen.

Die seit dem 1. Mai geltende Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus acht weiteren osteuropäischen Staaten bedeute fürs Handwerk „überwiegend Chancen“, betonte Schwannecke. Die Branche scheue den Wettbewerb mit den europäischen Nachbarn nicht und sehe den neuen Bedingungen „ohne Angst“ entgegen. Aber: Ausländische Anbieter dürften verpflichtende Sozial- und  Arbeitsstandards nicht unterlaufen.

Alle Branchen des Handwerks sind derzeit laut Verband vom Aufschwung erfasst. Es herrsche eine „wirklich gute Stimmung“, sagte Schwannecke. Nach einer aktuellen ZDH-Konjunkturumfrage bewerten rund 85 Prozent der Betriebsinhaber ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das sei ein „ausgezeichneter Wert“ für ein erstes Quartal. Als Gründe für den Positivtrend nannte der Verband eine starke Nachfrage und die günstige milde Witterung.

Der deutsche Arbeitsmarkt steht seit vergangenen Sonntag auch für Bürger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn ohne eine gesonderte Arbeitserlaubnis offen

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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