Arbeitnehmer-Kapitalbeteiligung
Minister rücken von Investivlohn ab

Der Vorschlag, in Deutschland flächendeckend Investivlöhne einzuführen, stößt zunehmend auf Widerstand. Vor allem unter denjenigen Regierungsmitgliedern, die diese Idee praxistauglich umsetzen müssten, herrscht große Skepsis.

BERLIN. Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) erteilte der Idee eine Absage. „Ich persönlich bin dafür, dass wir uns staatlicherseits konzentrieren auf die Stützung der Altersvorsorge“, sagte er in der ARD und fügte hinzu: „Wenn das, was neben dem Lohn noch vereinbart werden kann zwischen den Tarifparteien, einen Schwerpunkt hat bei der Altersvorsorge, dann wäre das etwas sehr Gutes für die Zukunft.“

Für Investivlöhne hatte sich am Dienstag der CDU-Parteitag ausgesprochen. SPD-Chef Kurt Beck hatte am Montag im Handelsblatt-Interview ebenfalls vorgeschlagen, die Beteiligung von Arbeitnehmern am Produktivkapital fördern zu wollen. Er kündigte an, in Kürze eine Gesetzesinitiative starten zu wollen und bot Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Spitzengespräch an. „Wenn Arbeitnehmer Geld in ihr Unternehmen stecken, bilden sie eigenes Vermögen und stärken die Liquidität des Unternehmens. Auf diese Weise können Arbeitnehmer und Unternehmerinteressen zusammengefügt werden“, hatte Beck seinen Vorstoß begründet.

Die Festlegungen von Beck und der CDU machen es für Müntefering und andere Minister schwierig, Investivlöhne einfach abzulehnen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ist nach Informationen aus seinem Umfeld ebenfalls kein Freund davon, dass Arbeitnehmer ihre Löhne als Eigenkapital im Betrieb lassen, will sich aber möglichst nicht äußern. Er fürchtet, dass eine neue teure Subvention entstehen könnte, hieß es.

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