Arbeitnehmervertreter fordern klares Bekenntnis zum Standort Deutschland
Industrie-Betriebsräte beklagen Wirtschaftsfeindlichkeit der Grünen

Die Betriebsräte führender Industriekonzerne machen Front gegen den wirtschaftspolitischen Kurs der Grünen.

BERLIN. „Die Grünen müssen sich klarer als bisher zum Industrie- und Dienstleistungsstandort Deutschland bekennen,“ sagte Thomas Schlenz, Konzernbetriebsratschef von Thyssen-Krupp, dem Handelsblatt. Als Beispiel führte Schlenz die Diskussion über den CO2-Emissionshandel an. „Wenn sich Bundesumweltminister Jürgen Trittin mit seinen Vorstellungen zu den Emissionshandelsrechten damals durchgesetzt hätte, dann hätten wir über die Stahlindustrie im Laufe der nächsten fünf Jahre ein Ei drüber hauen können,“ sagte der Betriebsratschef. Nur der von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erstrittene Kompromiss mit den Grünen, habe noch eine akzeptable Lösung für die Stahlindustrie ergeben.

Zuvor hatte bereits der Gesamtbetriebsratschef von Bayer, Erhard Gipperich, heftige Kritik geübt. „Was Verbraucherministerin Renate Künast mit der Grünen Gentechnik macht, ist eine absolute Sauerei,“ sagte Gipperich dem „Focus“. Die Folge sei, dass alte Arbeitsplätze „vernichtet und neue andernorts geschaffen werden“, sagte Gipperich. Als Ziel formulierte der Betriebsratschef: „Die Grünen müssen raus aus der Regierung.“

Die Äußerungen kommen zehn Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Die rot-grüne Landesregierung mit Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) liegt dabei in den Umfragen hinter einer möglichen schwarz-gelben Koalition zurück. Besonders die hohe Arbeitslosigkeit in dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands gilt als Hauptursache für das rot-grüne Stimmungstief.

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