Arbeits- und Steuerrecht schrecken ab
US-Firmen zieht es nach Osteuropa

Im Wettbewerb um Investitionen aus den USA macht Deutschland die Konkurrenz aus Osteuropa immer mehr zu schaffen. Für mehr als ein Viertel der US-Unternehmen ist Osteuropa zur wichtigsten Region für Investitionen aufgestiegen – mit deutlichem Abstand zu Deutschland und Großbritannien. Das geht aus einer Studie hervor, die die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (Am Cham Germany) und die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) gestern in Berlin vorstellten.

am/hz/sk/tor BERLIN. „Als Produktionsstandort verliert Deutschland gegenüber den osteuropäischen Nachbarn rapide an Boden“, sagte BCG-Deutschlandchef Dieter Heuskel. Der Studie zufolge planen allein 2005 fast 20 Prozent der in Deutschland aktiven US-Unternehmen eine Verlagerung einzelner Geschäftstätigkeiten in andere europäische Länder. Betroffen ist in erster Linie die Produktion. Aber auch Anbieter von Dienstleistungen sehen in den schnell wachsenden Märkten Osteuropas ihren künftigen Investitionsschwerpunkt.

Hauptgründe für diese Entwicklung sind aus Sicht der US-Investoren nicht nur die im europäischen Vergleich höheren Lohnkosten, sondern vor allem eine mangelnde Flexibilität des Arbeitsmarkts in Deutschland. Der Reformprozess geht den Amerikanern zu langsam. Das Lohnniveau wird nach Meinung der US-Unternehmen selbst durch eine „exzellente Qualifikation“ der Beschäftigten nicht mehr legitimiert. Denn: „Das europäische Ausland und vor allem die EU-Beitrittsländer haben in puncto Ausbildung aufgeholt“, heißt es in der Studie.

Die US-Firmen ziehen daraus Konsequenzen. So entschied Opel im April 2005, einen Teil der Produktion des Opel-Vans Zafira künftig von Bochum ins polnische Gleiwitz zu verlagern. Für diesen Auftrag hatte sich auch das Stammwerk in Rüsselsheim beworben, doch der Mutterkonzern General Motors gab dem billigeren Standort in Schlesien den Vorzug.

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