Arbeitskampf auch am Montag
Zeitungsredakteure setzten Streiks fort

Auch am Wochenende sind zahlreiche Journalisten im Ausstand. Wie viele, darüber gehen die Angaben der Tarifparteien, die sich am Mittwoch erneut zusammensetzen wollen, aber auseinander.

HB BERLIN. Nach Angaben der Gewerkschaften DJV und dju legten am Samstag und Sonntag erneut bundesweit mehr als 2200 Zeitungsredakteure in rund 100 Redaktionen die Arbeit nieder. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hielt die Zahl der Streikenden für unwahrscheinlich. „Uns ist derartiges nicht bekannt“, sagte BDZV-Sprecher Hans-Joachim Fuhrmann. Insgesamt gibt es bei den Tageszeitungen 14 000 Redakteure.

Am Wochenende erschienen nach Gewerkschaftsangaben einige Zeitungen mit eingeschränkten Ausgaben. Kernpunkte des Streits sind das Urlaubsgeld und die Dauer des Urlaubs. Der Gewerkschaft zufolge wird der am Donnerstag begonnene Arbeitskampf auch an diesem Montag fortgeführt. Am Mittwoch sollen die im Januar abgebrochenen Verhandlungen in Frankfurt/Main wieder aufgenommen werden.

Den Gewerkschaften zufolge waren die Streiks am Samstag und Sonntag in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig- Holstein, Niedersachsen und Bayern fortgesetzt worden. „Alle diejenigen, die sich an den Vortagen daran beteiligten, waren auch am Wochenende dabei“, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner. Der Arbeitskampf mache sich allmählich bei den Lesern bemerkbar.

Der BDZV verwies auf die angespannte wirtschaftliche Situation der Zeitungshäuser. „Die Streikaktionen bringen uns keine einzige Zeitungsannonce zurück“, sagte BDZV-Sprecher Fuhrmann. Der Arbeitskampf trage auch nicht zu einer konstruktiven, ergebnisorientierten Verhandlungsatmosphäre am Mittwoch bei.

Die Streiks mehrerer hundert Redakteure in Bayern hatten auf die Wochenendausgaben der Zeitungen keine gravierenden Auswirkungen. Nachdem am Freitag zehn Verlage von Arbeitsniederlegungen meist in Lokalbereichen betroffen waren, sahen die Blätter am Samstag überwiegend so aus, wie es die Leser gewohnt sind, berichteten Redaktionsleitungen.

Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung in Höhe der Inflationsrate und bieten eine zeitlich befristete Öffnungsklausel für einzelne Verlage in „nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten“ an. Die Arbeitgeber verlangen dagegen, das Urlaubsgeld aller Redakteure auf 75 % und die Urlaubsdauer von derzeit bis zu 35 Tage auf maximal 30 Tage zu reduzieren. „Weil sich die Gewerkschaften bislang geweigert haben, das Tabuthema Urlaub anzugehen, sehen wir uns nicht in der Lage, Gehaltsveränderungen vor dem 1. August 2005 zu vereinbaren“, sagte Fuhrmann.

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