Arbeitskampf Sicherheitspersonal an Flughäfen streikt

An mehreren deutschen Flughäfen legt das Sicherheitspersonal die Arbeit nieder. Der Grund: Forderungen nach „gerechten Arbeitsbedingungen“. Die Gewerkschaft Verdi rechnet mit Verspätungen bis hin zu Flugausfällen.
Update: 10.12.2012 - 09:55 Uhr 7 Kommentare

Streik beeinträchtigt Flugverkehr

BerlinAn mehreren deutschen Flughäfen hat am frühen Montagmorgen das Sicherheitspersonal seine Arbeit niedergelegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte kurzfristig zu den Warnstreiks aufgerufen. Um 4.00 Uhr begannen die Beschäftigten an den Flughäfen Düsseldorf, Köln-Bonn, Stuttgart und Baden-Baden/Karlsruhe mit ihren Arbeitskampfmaßnahmen, wie Verdi-Verhandlungsführer Andreas Sander auf dapd-Anfrage sagte.

Um 5.00 Uhr folgten die Beschäftigten in Bremen, Hannover und Berlin Schönefeld. Um 5.30 sollten die Angestellten in Berlin Tegel und ab 6.00 Uhr in Frankfurt am Main und Hamburg ebenfalls in den Warnstreik treten. Dort bleibt der Streik ohne Auswirkungen. Es habe so gut wie keine Arbeitsniederlegungen gegeben, sagte ein Flughafensprecher auf dapd-Anfrage. Daher sei es wegen des Streiks auch zu keinen Behinderungen im Flugverkehr gekommen. Allein die Folgen des Schneefalls vom Wochenende führten noch zu Beeinträchtigungen für die Fluggäste.

Passagiere am Flughafen Stuttgart haben am Montagmorgen hingegen teils lange Wartezeiten hinnehmen oder am Boden bleiben müssen. Vier Flüge nach Hannover, Düsseldorf, Berlin und Hamburg seien ausgefallen, sagte ein Flughafensprecher der Nachrichtenagentur dapd. "Wir wissen aber nicht genau warum", fügte er hinzu. Gründe dafür könnten ebenso das Wetter oder Warnstreiks an anderen Flughäfen gewesen seien.

Die Gewerkschaft ver.di hatte ihre Mitglieder in Stuttgart und an anderen Flughäfen bereits ab 4.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Betroffen ist das Sicherheitspersonal, das im Auftrag der Bundespolizei die Fluggast- und Gepäckkontrollen durchführt.

Mit dem Streik will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach "einheitlichen und gerechten Arbeitsbedingungen" an deutschen Flughäfen Nachdruck verleihen. Am 14. November waren die Verhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft über einen Manteltarifvertrag gescheitert. "Zum wiederholten Male reagieren die Arbeitgeber nicht auf unsere Forderung nach einem Gesamtangebot, sondern setzen auf eine Verschleppungstaktik", sagte Sander.

Zudem fordern die Beschäftigten eine Abschaffung befristeter Verträge, eine Begrenzung der regelmäßigen Arbeitszeit für bestimmte Beschäftigungsgruppen sowie den Ausbau der Aus- und Weiterbildung. Die Fluggäste sollten sich wegen der Warnstreiks vor der Anreise bei den Fluglinien und Reiseveranstaltern informieren, schrieb der Flughafen Düsseldorf auf seiner Homepage.

 
  • dapd
  • dpa
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7 Kommentare zu "Arbeitskampf: Sicherheitspersonal an Flughäfen streikt"

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  • Beim Sicherheitspersonal auf alle Fälle nicht...

  • Mal_nachdenken_Vielflieger
    Das ahben Sie bestens beschrieben.
    Geiz ist geil war das Blödeste was je als Wrbung benutzt wurde.

  • Wer sich Flugtickets leisten kann, der kann auch den Mehrpreis für fairen und anständigen Lohn des Sicherheitspersonals mitbezahlen. Es kommt ja der Passagier wieder zugute, indem er sicher sein kann, nicht entführt zu werden oder in der Luft zu explodieren. Es gibt nämlich kaum etwas auf der Welt, das nicht irgend jemand schlechter machen und billiger verkaufen(z. Bsp. als Dienstleistung) könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute dieser Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand, die gekaufte Dienstleistung die zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das geringste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie damit eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres, sichereres mehr zu bezahlen!

  • Juhu
    Es leben die Verschwörungstheorien !

    Fakt ist dass hier die Bezahlung in keiner Weise
    der Verantwortung entspricht, die diese Leute haben.
    Und das Arbeitnehmer keine Verfügungsmasse sind
    und Schichtdienst kein Freibrief für Adhoc-Dienstpläne sein kann, darüber sollte eigentlich Konsenz bestehen !!

    Der eigentliche Skandal ist das hier eine öffentliche Aufgabe an Dienstleister deligiert wird,
    ohne das es bei der Auftragsvergabe irgendwelche Vorgaben
    bei den Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten gibt.

    Selbst das Einhalten der gesetzlichen und Tariflichen Minimalvorgaben wird nicht kontrolliert.

    Der Auftraggeber ist übrigens die Bundespolizei ...


  • Nun,
    die erforderlichen und strengen Sicherheits-Checks haben uns nicht die Sozis, sondern die Terroristen eingebrockt. Die Checks kosten uns nicht nur Zeit, sondern auch jede Menge Geld, wie jeder aus den Ticketpreisen enthemen kann. Wenn ich diese Gebühren, die hin und wieder den eigentlichen Transportpreis übersteigen können sehe, frage ich mich allerdings, wo das viele Geld eigentlich bleibt.

  • Sie glauben in diesem Falle, wo es überhaupt nicht angebracht, an regelrechte Verschwörungstheorien. Würden Sie mal lieber denen die rote Karte zeigen, die sich durch Korruption an BürgerINnen abarbeiten, selbst ich könnte dann den Hut vor Ihnen abziehen.

    Die gefährlichste Verbindung scheint mir eher die, daß die Geldkaste mittlerweile die Politik so weit unterwandert haben, daß die Auswirkungen an allen Ecken und Kanten ersichtlich werden.

    Wenn jemand streikt, dann tut er das selten aus purer Lust am Streiken, eher an der Notwendigkeit für eine gerechte Bezahlung und eine menschenwürdiges Umfeld in seiner Arbeitswelt.

    Ich fürchte, Sie sitzen irgendwo in 'ner warmen Stube und wissen offensichtlich nichts mit dem Wetter anzufangen oder hatten Sie bereits die Ski auf dem Dach versorgt und sind geradewegs Richtung Alpen abgedüst. Verstehen kann man das schon, nur im Stau herumzuhängen, macht gewiß Ihnen auch wohl keinen Spaß. Es sei denn sie fänden unter Gleichgesinnten richtige "Freunde".

  • ......
    SPD UND GEWERKSCHAFTEN
    ......................
    eine gefährliche verbindung..
    ..
    kaum ist steinbrück nominiert -
    beginnen die streiks wieder..!!
    ..
    ..

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