0 Bewertungen
05.07.2008 
CDU-Ankündigungen

Arbeitslosenversicherungs-Beiträge sollen weiter sinken

Gleich mehrere Unions-Politiker haben angekündigt, dass die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung Anfang 2009 erneut sinken könnten. Parteikollegen signalisierten Unterstützung. Für mehr Widerspruch in der Union sorgen die Steuerpläne der Kanzlerin.

Christian Wulff fordert ebenfalls sinkende Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Foto: dpaLupe

Christian Wulff fordert ebenfalls sinkende Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt darauf, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung im kommenden Jahr weiter zu senken. In einem am Samstag veröffentlichten Interview der "Wirtschaftswoche" setzte sich die CDU-Vorsitzende erneut dafür ein, den Beitrag bereits zum 1. Januar auf 3,0 Prozent festzulegen. Zuletzt war er zum Jahresanfang 2008 von 4,2 auf 3,3 Prozent reduziert worden.

"Wir in der Union sind der Meinung, dass ein Beitragssatz von 3,0 zum 1. Januar 2009 machbar und vertretbar ist", wird Merkel zitiert. Eine Einigung zwischen Union und SPD ist darüber jedoch bislang noch nicht erzielt worden. Die SPD will erst von einer Arbeitsgruppe prüfen lassen, ob es dafür genügend finanziellen Spielraum gibt.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) will den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung noch stärker senken als seine Partei. Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende sprach sich am Samstag im RBB-Inforadio dafür aus, den Beitrag zum 1. Januar auf 2,9 Prozent zu reduzieren. "Das ist wegen der zurückgehenden Arbeitslosigkeit darstellbar", sagte Wulff. Er nannte es zugleich eine "unglaubliche Erfolgsgeschichte", dass es in den wenigen Jahren der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) gelungen sei, den Beitrag in mehreren Schritten von 6,5 auf derzeit 3,3 Prozent zu senken.

"Wir sollten die Überschüsse bei der Bundesagentur für Arbeit, die dank der guten Arbeitsmarktentwicklung anfallen, den Beschäftigten geben und nicht etwa für zusätzliche Arbeitsmarktprogramme ausgeben", sagte Merkel zum Thema Beitragssenkung in dem "Wirtschaftswoche"-Interview. Eine Entscheidung innerhalb der Bundesregierung kündigte sie für den Herbst an. Spielraum für Steuersenkungen, wie sie insbesondere von der CSU gefordert werden, sieht die Kanzlerin nach wie vor nicht.

"Entlastungen, die nur auf Pump ermöglicht werden, erreichen das Gegenteil und müssten dem Bürger an anderer Stelle wieder genommen werden", warnte sie. Merkel fügte hinzu: "Wir haben schon zu lange auf Kosten der Zukunft gelebt."

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Die Konkurrenz für Obama und McCain

    Die Konkurrenz für Obama und McCain

    Barak Obama und John McCain – diese Namen kennt mittlerweile jeder. Kein Wunder, denn nie war der Rummel um die US-Präsidentschaftswahl größer. Doch wissen Sie eigentlich, wer sich neben Obama und McCain noch um das höchste Amt der Vereinigten Staaten bewirbt? Bildergalerie 

  • Die Verlierer bei Bundespräsidentenwahl...

    Die Verlierer bei Bundespräsidentenwahlen

    Die Wahl des Kandidaten der Partei Die Linke, Peter Sodann, zum dreizehnten Bundespräsidenten ist unwahrscheinlich. Auch in der Vergangenheit gab es wenig aussichtsreiche Kandidaturen. Die Liste der Verlierer ist lang und beinhaltet namhafte Persönlichkeiten. Doch eini...Bildergalerie 

  • So will Deutschland die Banken retten

    So will Deutschland die Banken retten

    Eine Katastrophennachricht jagt die nächste und auch den Politikern in Deutschland ist inzwischen klar geworden, dass Versprechungen allein die Finanzkrise nicht aufhalten können. In einer Dringlichkeitssitzung beschloss das Bundeskabinett, der Finanzbranche mit fast e...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Nur noch rote Zahlen  Artikel in Merkliste

15.10.2008 von Christoph Rabe

Anzeichen dafür, dass sich die USA rasch aus dem tiefen Tal herauswinden können, sind spärlich. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Herbstgutachten: Einfach abheften  Artikel in Merkliste

14.10.2008 von Axel Schrinner

Zwei Szenarien, eins hell, eins finster - was macht man damit? Ablegen und auf das nächste Jahr warten. Vielleicht sind die Zeiten dann ja ruhiger, und man kann schon resümieren, welche Folgen die Finanzkrise wirklich gehabt hat. Kommentar