Arbeitslosenzahl im Oktober auf 4,207 Millionen gesunken
Ein-Euro-Jobs wirken auf Arbeitsmarkt

Die Bundesagentur für Arbeit sieht auf dem Arbeitsmarkt keine Wende zum Besseren. Als Folge der üblichen Herbstbelebung ist die Arbeitslosenzahl im Oktober gesunken.

HB NÜRNBERG. Wie die BA am Mittwoch in Nürnberg mitteilte, waren im Oktober bundesweit rund 4,207 Mill. Erwerbslose registriert. Dies seien 50 100 weniger gewesen als im September, aber 55 300 mehr als vor einem Jahr. Ohne eine Statistikänderung läge die Zahl im Jahresvergleich sogar um 186 500 höher und damit auf dem höchsten Oktober-Wert seit der Wiedervereinigung 1990. Zudem fielen rund 46 000 Arbeitslose in neuen Ein-Euro-Jobs aus der Statistik. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt schloss erneut nicht aus, dass die Erwerbslosenzahl im Winter im Zuge der Hartz-IV-Reform auf fünf Mill. steigen könnte. Auch im kommenden Jahr sei im Jahresdurchschnitt „keine gewaltige Veränderung“ der Arbeitslosenzahl zu erwarten.

Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl um 12 000 auf 4,457 Mill. bei einer Quote von 10,7 %. Eine konjunkturell bedingte Besserung ließ sich nach Worten von BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise noch nicht erkennen. Das Handwerk und die Bauwirtschaft gingen derweil für 2005 von einem weiteren Beschäftigungsabbau aus. Allein im Handwerk könnten demnach nochmals rund 100 000 Arbeitsplätze wegfallen.

Alt verwies darauf, dass im Januar oder Februar die Arbeitslosenzahl auf etwa fünf Mill. steigen könnte. Als Folge der Hartz-IV-Reform könnten 300 000 bis 400 000 bisherige Empfänger von Sozialhilfe neu in der Arbeitslosenstatistik auftauchen. Ohne die Hartz-Reform ginge er bei einem normalen Saisonverlauf von 4,7 Mill. Arbeitslosen aus. Alt wies darauf hin, dass die BA für den Jahresdurchschnitt 2005 mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 15 000 rechne, während die Bundesregierung eine Abnahme um 25 000 erwartet.

Trotz einer unerwartet hohen Arbeitslosigkeit im laufenden Jahr wird die BA nach Worten Weises möglicherweise den von Finanzminister Hans Eichel (SPD) eingeplanten Bundeszuschuss in Höhe von 5,2 Mrd. € für 2004 nicht voll ausschöpfen. Man werde diese Summe sicher nicht überschreiten und „möglicherweise sogar noch ein Stück weit drunter kommen“.

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