Arbeitslosenzahl steigt auf knapp 4,6 Millionen: Lage am Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert

Arbeitslosenzahl steigt auf knapp 4,6 Millionen
Lage am Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Januar deutlich verschlechtert. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sei im Vergleich zum Dezember um 282 300 auf rund 4,597 Mill. gestiegen, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote sei von Dezember auf Januar von 10,4 auf 11,0 % gestiegen.

HB NüRNBERG. Trotz allem sieht die Bundesagentur für Arbeit (BA) erste Anzeichen dafür, dass der Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland langsam zum Halt kommt.

„Die Anzeichen auf eine Belebung der Wirtschaft sind da, zeigen sich allerdings noch nicht im Arbeitsmarkt“, sagte der amtierende BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Donnerstag bei der Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen für Januar in Nürnberg. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei vor allem mit der Jahreszeit zu begründen. Das Bundeswirtschaftsministerium wertete die neuen Zahlen als Beleg für „die Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt, die seit Frühjahr 2003 zu beobachten“ sei. BDI-Präsident Michael Rogowski zeigte sich zuversichtlich, dass in der zweiten Hälfte des Jahres ein leichter Beschäftigungsaufbau einsetzt.

Erstmals seit Mai 2003 stieg auch die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen wieder an. Sie legte um 28 000 zu. Die BA begründete dies unter anderem damit, dass weniger Arbeitslose in beruflicher Weiterbildung gewesen seien. Weise sagte, die Zahlen seien nicht als konjunkturelle Verschlechterung zu verstehen.

Die BA präsentierte die Arbeitsmarktbilanz erstmals auf Grundlage einer neuen statistischen Erfassung. Die Zahl der Arbeitslosen stieg demnach im Vergleich zum Dezember 2003 vor allem aus saisonalen Gründen um 282 300 auf 4,597 Millionen. Seit Jahresanfang werden aber Arbeitslose in Trainingsmaßnahmen nicht mehr als arbeitslos gezählt. Ohne diese Änderung wäre die Arbeitslosenzahl um 81 000 höher gewesen.

BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt sagte, es gebe erste Hinweise, dass der Beschäftigungsabbau allmählich zum Ende komme. Er begründete seine Zuversicht unter anderem damit, dass sich die Erwerbstätigenzahl mit einem saisonbereinigten Minus um 4000 im November kaum noch verringert habe. Industriepräsident Rogowski sagte in Berlin, wenn die deutsche Wirtschaft tatsächlich in diesem Jahr um zwei Prozent wachse, was der BDI hoffe, „dann könnte es sogar sein, dass in der zweiten Hälfte des Jahres ein leichter Aufbau der Beschäftigung einsetzt“.

Das Wirtschaftsministerium verwies darauf, dass die Arbeitslosenzahl im Januar erstmals seit Juli 2001 geringer gewesen sei als im gleichen Vorjahresmonat. Es seien rund 26 000 Arbeitslose weniger gewesen als im Januar 2003. Ohne die Änderung der Statistik wäre die Marke aber überschritten worden. Nach Angaben der BA wäre die Arbeitslosenzahl im günstigsten Fall - wenn man im Januar 2004 und 2003 gleichermaßen die Teilnehmer an Trainingsmaßnahmen herausrechnet - im abgelaufenen Monat um 25 000 Erwerbslose höher gewesen als vor einem Jahr.

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