Arbeitslosenzahl steigt Mehr als drei Millionen Menschen sind ohne Job

Der Winter bremst den Arbeitsmarkt kräftig aus – trotz leichtem Konjunkturschub. Mehr als drei Millionen Menschen waren zum Jahresbeginn arbeitslos. Auch der Mindestlohn wirkt sich laut Ökonomen bereits aus.
Update: 29.01.2015 - 10:50 Uhr 9 Kommentare
Mehr als drei Millionen Menschen waren im Januar arbeitslos. Quelle: dpa
Besucher der Agentur für Arbeit legt Zahlen vor

Mehr als drei Millionen Menschen waren im Januar arbeitslos.

(Foto: dpa)

NürnbergDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar im Vergleich zum Vormonat um 268.000 auf 3,032 Millionen gestiegen. Das sind 104.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 7,0 Prozent. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger (SGB II) lag im Januar bei 4.377.000. Das ist gegenüber dem Januar 2014 ein Rückgang von 19.000 Personen.

Der Anstieg fiel aber dieses Jahr geringer aus als in den letzten Jahren. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat deshalb um 9000 gesunken. Ohne die zum Jahreswechsel in Kraft getretene Mindestlohn-Regelung wäre die Winter-Arbeitslosigkeit aber wahrscheinlich noch geringer ausgefallen, betonten die meisten Konjunkturforscher und Volkswirte. „Der Arbeitsmarkt knüpft an die gute Entwicklung des letzten Jahres an“, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise.

„Der Mindestlohn hat die Entwicklung im Januar sicher etwas gedämpft“, ist etwa der Arbeitsmarkt-Experte des Münchner Ifo-Instituts, Steffen Henzel, überzeugt. Bisher dürften allerdings hauptsächlich niedrig vergütete Mini-Jobs davon betroffen sein, glaubt er.

Auch Commerzbank-Volkswirt Achim Tuchtfeld geht davon aus, dass „der Mindestlohn Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen wird. Es scheint in manchen Betrieben schon scharf gerechnet zu werden.“ Das habe er bei Gesprächen mit Unternehmern festgestellt.

Wegen des niedrigen Ölpreises und des schwachen Euro, von dem vor allem exportorientierte Firmen profitieren, erwarten die meisten Volkswirte für das Jahr 2015 einen etwas stärkeren konjunkturellen Schub. „Das wirkt ja alles wie ein kleines Konjunkturprogramm“, sagt Tuchtfeld. Davon dürfte auch der Arbeitsmarkt profitieren.

Unterdessen hat der wachsende Konjunkturoptimismus in vielen Unternehmen zum Jahresbeginn die Nachfrage nach Arbeitskräften auf ein Rekordhoch klettern lassen. Noch nie seit dem Beginn entsprechender Aufzeichnungen habe es mehr freie Stellen in deutschen Betrieben gegeben, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit.

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9 Kommentare zu "Arbeitslosenzahl steigt : Mehr als drei Millionen Menschen sind ohne Job"

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  • Es müssen noch 10 Mil. mehr werden. Dann wird der dumme deutsche Michl vielleicht endlich mal wach

  • Es sollten die Arbeitslosenzahlen der Statistik vor und nach Beschäftigungsmaßnahmen veröffentlicht werden.

  • Die Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen wirft immer wieder Fragen auf - auch wenn ich mich über Rückgang freue.

  • Die gemeinnützigen Sozial- und Wohlfahrtsverbände, deren lukratives Geschäftsmodell durch die relative Armut großer Bevölkerungsteile erst möglich wird, setzen ca. 80- 140 Milliarden Euro jährlich um, übrigens auch der größte Arbeitgeber Deutschlands.

    Hier auch ein gutes Interview zum Thema:
    https://www.youtube.com/watch?v=rG3PfzkJ-vU

    Und hier die Ausgaben des Bundeshaushaltes für 2015:
    http://www.bundeshaushalt-info.de/startseite/#/2015/soll/ausgaben/einzelplan.html


  • 3 Mio. ALG 1
    7, 2 Mio. ALG 2 + Hartz IV
    3,1 Mio. Aufstocker
    => 13,3 Mio. sind arbeitslos, unterbeschäftigt, unterbezahlt

    dazu kommen noch die Bundesfreiwilligendienste (Bufdis), in welchem ebenfalls viele Ältere arbeiten (z. Bsp. Stromsparhelfer über die Caritas), 1-Euro-Jobber, diejenigen die in Weiterbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen sind, Ältere die nicht mehr in der Statistik auftauchen, da nicht mehr vermittelbar.
    Knapp 1/3 des deustchen BIP geht mittlerweile in den sozialen Bereich.
    Das ist die Wahrheit!

  • Als Hartz iV von Schröder eingeführt wurde, gab es über 5 Millionen Arbeitslose. Heute gibt es über 6 Millionen Arbeitslose weil Hartz IV wie eine lebenslange Rente für jedermann geführt wird. Dann kommen noch eine große Anzahl an Rentnern zu, die eine Rente von bis manchmal nur 100 Euro haben und aufgestockt werden bis zum Lebensende .Das sind nicht nur Frauen allein, sondern Migranten die nur eine
    betimmte Anzahl von Arbeitsjahren vorweisen und nun bis auf 796 Euro aufgestockt bekommen. Damit kann man gut in der alten Heimat leben. Sollten wir in Deutschland in eine Wirtschaftskrise geraten und Politiker können nicht mehr aus dem vollen schöpfen und dann aus allen Löchern die versteckten Arbeitslosen, kommen, dann gute Nacht.

    Sozial ist immer ein Sozialstaat ,der kaum Sozialleistungen bezahlen muss! Aber in in einem Staat , wo die Regierung die Geschäfte der Unternehmen führen will , wo ein Stuhl und Tisch vor einem Bistro zur schliessung des Ladens führt wenn das nicht genehmigt wurde, in so einen Staat werden immer hohe Sozialeistungen bezahlt.

  • Liebes Handelsblatt,

    warum druckt ihr diese Lügen noch ab?
    Es ist schlicht nicht die Wahrheit.
    Ihr verteidigt euch in einem Artikel gegen den Vorwurf der Lügenpresse und 1 Woche später macht ihr einfach weiter als wäre nichts geschehen.

    2012 habe ich mir die Mühe gemacht, den Quartalsbericht im September vom "Arbeitsamt" anzusehen.

    Es war nicht schwer zu erfassen, das anstatt 2,6 Mio Leute mehr als 7 Mio Leute keine Arbeit hatte, obwohl sie erwerbsfähig(!) waren.
    Mit 3 Mio "offiziellen" Arbeitslosen dürften es um die 7,5 Mio Arbeitslose "real" sein.

    H4-Empfänger sind Arbeitslose, Punkt.
    Kranke Arbeitslose sind ebenfalls arbeitslos.

    Wir haben knapp 49 Mio Erwerbsfähige, 7,5 Mio davon sind arbeitslos. Was für eine Arbeitslosenquote macht das?

    Da gibt es eine spezielle Formel, aber nach Adam Riese sind das für mich ca. 15%.

  • Rund drei Millionen Menschen ohne Arbeit

    Und wie viele Menschen sind aus Statistische Gründe nicht mit gezählt worden ?

    Wie viele Menschen sind Jung, Studiert oder Gut ausgebildet und haben trotzdem keinerlei Perspektive auf einem Arbeitsplatz ?

    Wie viele dieser drei Millionen Menschen bekommen wegen des eigenen Alters von mehr als 35 Lebensjahren keinen Arbeitsvertrag ?

    Heute spricht man selbst in Deutschland von JOB aber nicht mehr REGULÄREN ARBEITSPLATZ !!!

    und die EU will mit Jobs oder Leiharbeit den Aufschwung für Europa erreichen ??? -Lachplatte von der EU !!!


  • Rund drei Millionen Menschen ohne Arbeit

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