Arbeitslosenzahlen
Der letzte Rekord

Es ist ein Rekordtief: Nur noch 2,7 Millionen Menschen sind ohne Job. Die Arbeitslosigkeit würde gar weiter sinken, wären da nicht die Asylbewerber. Trotzdem ist es richtig, sie als Chance für den Arbeitsmarkt zu sehen.
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BerlinEs waren wohl vorerst die letzten Rekordzahlen, die Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesagentur für Arbeit, am Donnerstag verkünden durfte. 2,65 Millionen Erwerbslose suchten im Oktober einen Job, so wenige wie seit November 1991 nicht mehr. Der Arbeitsmarkt profitiert weiter von der durch billiges Öl und den schwachen Euro gedopten Konjunktur – und nicht zuletzt auch immer noch von Gerhard Schröders Hartz-Reformen.

Mit den Wintermonaten beginnt nun der jahreszeitlich übliche Anstieg der Arbeitslosenzahlen, der sich im kommenden Jahr durch die große Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, beschleunigen wird. Denn Asylsuchende mit Bleiberecht haben Anspruch auf Hartz IV und werden als arbeitssuchend registriert. Das Forschungsinstitut der Bundesagentur erwartet deshalb für 2016 rund 130.000 registrierte Arbeitslose mehr als in diesem Jahr.

Einen Grund zur Panik bieten diese Zahlen aber keineswegs. „Das kräftige Wachstum der Beschäftigung ist ungebrochen“, sagt Weise. In nahezu allen Branchen gibt es mehr unbesetzte Stellen als vor einem Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen wird im kommenden Jahr deshalb voraussichtlich weiter auf einen neuen Rekord steigen. Weil die Beschäftigung bei Inländern den Prognosen zufolge weiter zunimmt, fällt auch der Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei den Flüchtlingen weniger ins Gewicht.

Hinzu kommt, dass die Asylsuchenden selbst einen neuen Beschäftigungsschub auslösen werden. So werden nach Angaben der Kultusministerkonferenz allein 20.000 zusätzliche Lehrer benötigt, um Flüchtlingskinder zu unterrichten. Auch in den Kitas wird es kaum ohne personelle Verstärkung gehen. Jahrelang beklagte der öffentliche Dienst vergeblich den massiven Stellenabbau – nun kann er zumindest etwas Beschäftigung wieder aufbauen.

Optimistisch kann auch stimmen, dass rund jeder zweite Flüchtling unter 25 Jahre alt ist. Natürlich wird die Schul- und Ausbildung dieser jungen Menschen zunächst teuer. Aber mit Blick auf den Fachkräftemangel, der sich in Branchen wie der Pflege schon heute abzeichnet, handelt es sich um gut angelegtes Geld.

Kommentare zu " Arbeitslosenzahlen: Der letzte Rekord"

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  • Tja Herr Specht! Den Monatsbericht nicht gelesen und den Vortrag von Agenturvorsitzenden Weise nicht gesehen, Auf die Debatte im Forum können Sie echt stolz sein.
    Es ist noch nicht der letzte Rekord. Im November sinkt die Rate der registrierten Arbeitslosen noch einmal auf 5,9 Prozent. Nach ILO sind es sogar nur 4,5 Prozent. Auf diesem Niveau ist nicht die Arbeitslosenrate von Interesse, sondern die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die laut Weise um 690.000 gestiegen sind. Das waren 120.000 mehr als im Oktober 2014, als 570.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als ein Jahr zuvor waren. In zwei Jahren also 1,26 Millionen mehr Einzahler in die Sozialkassen und neue Steuerzahler. Diese Zahl wird nun Monat für Monat weiter steigen und neue Rekorde erreichen. Übrigens sind die 120.000 zusätzlichen Sozialversicherungspflichtig Besachäftigten das Resultat des Mindestlohns. Werden wir auch in den nächsten Jahren über 500.000 neue Beitragszahler in Renten- und Kreankenkassen haben? Das ist nicht ausgeschlossen. Darf man dann bessere Beiträge vom HB erwarten? Da bin ich mir nicht sicher,

  • Als Betriebsratsmitglied gehen mir viele Bewerbungen durch die Finger . Auch wir erkennen in vielen Fällen eine hohe Qualifikation an Destruktion.

  • Leider wird Herr Weise niemals Arbeitssuchender sein und so kann er sich auch nicht in seine Klientel versetzen.
    Welche Arroganz muss aber bei solchen Leuten vorhanden sein, dass sie so auf die Älteren verächtlich herabblicken.
    Die selben grauen älteren Herren, die jahrzehntelang ihre Arbeit gemacht haben, Steuern und Sozialabgaben gezahlt haben und das Einkommen solcher Figuren wie Herrn Weise gesichert haben. In unserem unglücklichen vorherigen System wüsste ich genau welche Lösung Herr Weise für diese überzähligen älteren Leute angestrebt hätte.
    Nur zu dumm für ihn, dass es so eben nicht mehr geht.
    Sie sollten sich schämen über solche Aussagen Herr Weise, ganz schnell den Schreibtisch räumen und endlich mal einer produktiven Arbeit nachgehen und das können Sie ja noch ganz lange machen, denn Sie werden sicherlich nicht alt und grau !

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