Arbeitslosenzahlen: Dezember leitet Ende des Job-Booms ein

Arbeitslosenzahlen
Dezember leitet Ende des Job-Booms ein

Das Schlimmste zum Schluss: Nach Einschätzung von Experten hat ein starker Anstieg der Arbeitslosen im Dezember das Ende des Job-Booms eingeleitet. Zum Jahresende seien zwischen 70 000 und 110 000 Männer und Frauen mehr ohne Arbeit gewesen als im November, berichteten Bankenvolkswirte. Rein zahlenmäßig stehe der Arbeitsmarkt aber immer noch gut da.

NÜRNBERG. Insgesamt seien zwischen 3,06 bis 3,1 Mio. Männer und Frauen arbeitslos gewesen. In den vergangenen Jahren hatte der saisonbedingte Anstieg im Dezember lediglich bei knapp 38 000 gelegen. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch bekanntgeben.

Rein zahlenmäßig stehe der Arbeitsmarkt trotzdem immer noch gut da, betonten die Fachleute. Dies liege auch daran, dass die Arbeitslosenstatistik derzeit nicht mehr die tatsächliche Lage auf dem Arbeitsmarkt abbilde, gab etwa Alexander Koch von der HypoVereinsbank aber zu bedenken. So federten derzeit noch viele Unternehmen ihre Auftragsflaute mit Sonderurlaub, dem Abbau von Leiharbeitern und Kurzarbeit ab, sagte der Experte.

Sollte sich allerdings nach den Weihnachtsferien keine grundsätzliche wirtschaftliche Besserung abzeichnen, drohe in vielen Branchen der Abbau von Arbeitsplätzen, schätzte auch DZ-Bank- Volkswirt Philipp Jäger. "Derzeit haben wir noch einen Stillstand auf dem Arbeitsmarkt mit einer unveränderten saisonbereinigten Arbeitslosigkeit, bevor im Januar der Abbau von Stellen beginnt."

Wie stark die Arbeitslosigkeit wächst, wird nach Ansicht von Stephan Bielmeier von der Deutschen Bank auch davon abhängen, wie sich die krisengeschüttelte Zeitarbeitsbranche verhält. "Die Frage ist, wie lange Zeitarbeitsfirmen ihre Beschäftigten noch halten können", meinte er. Im zu Ende gegangenen Jahr hatte die Zeitarbeitsbranche 700 000 Männer und Frauen unter Vertrag - so viele wie nie zuvor.

Die Arbeitslosenzahl war im Oktober erstmals seit dem Wiedervereinigungsboom vor 16 Jahren unter die Drei-Millionen-Marke gesunken. Im November ging sie noch weiter um 8 000 auf 2 988 000 Menschen ohne Job zurück. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,1 Prozent gelegen. Binnen Jahresfrist war die Arbeitslosenzahl um 390 000 oder zwölf Prozent gesunken. Saisonbereinigt ging die Zahl in Deutschland im November um 10 000 auf 3,15 Mio. zurück. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 4 000 und im Osten um 6 000 ab.

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