Arbeitsmarkt
Bundesagentur will „Ernte-Verweigerer“ härter bestrafen

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will härtere Sanktionen gegen Arbeitslose verhängen, die sich weigern, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Unterdessen hat ein erster Anbaubetrieb eine Klage gegen die BA angekündigt, weil zugesagte Erntehelfer nicht erschienen und Erdbeeren auf den Feldern verrotteten.

HB NÜRNBERG. „Wer von vornherein die Erntearbeit ablehnt, obwohl er jung und gesund ist, sollte sofort zum Ein-Euro-Job einbestellt werden“, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise der Tageszeitung „Die Welt“. Das sei „nur fair gegenüber den Arbeitslosen, die sich bemühen und auf dem Feld arbeiten“, wurde er zitiert. Weise räumte zugleich ein, dass seine Behörde ihr Ziel verfehlt hat, zehn Prozent ausländische Saisonarbeitskräfte mit deutschen Arbeitslosen zu ersetzen.

Dass die Agrarwirtschaft mit Arbeitlosen als Erntehelfern massive Probleme hat, ist seit langem bekannt. Viele Unternehmen klagen darüber, dass Arbeitslose nach kurzer Zeit nicht mehr erscheinen. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung hat inzwischen ein erster Anbaubetrieb angekündigt, die BA deswegen zu verklagen. Dem Erdbeer-Bauern seien von der Arbeitsagentur 47 deutsche Erntehelfer zugesagt worden. Am ersten Tag seien 43 Arbeitslose erschienen, am zweiten 15 und am dritten drei. 40 Tonnen Erdbeeren seien dem Betrieb auf den Feldern vergammelt, der Schaden belaufe sich auf 120 000 Euro.

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