Arbeitsmarkt
DGB-Chef Sommer sagt der Leiharbeit den Kampf an

Trotz verschärfter Regelungen hält der Missbrauch von Zeitarbeit nach Einschätzung des DGB an. Verbandschef Sommer dringt daher darauf, dass die Bundesregierung ihr Gesetz nachbessert. Das Jahr 2011 soll zum Kampf gegen die „unwürdigen Arbeitsbedingungen“ in der Leiharbeit genutzt werden.
  • 7

DÜSSELDORF. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Bundesregierung aufgefordert, die „unwürdigen Arbeitsbedingungen“ in der Leiharbeit per Gesetz zu verbieten. „Wir fordern Schwarz-Gelb auf, das Prinzip ‚gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort’ verbindlich im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz festzuschreiben - ohne die Möglichkeit, davon nach unten abweichen zu können“, sagte DGB-Chef Michael Sommer Handelsblatt Online mit Blick auf die Herausforderungen der Politik für 2011. Ergänzend dazu müsse der Mindestlohn für die Leiharbeit ins Entsendegesetz aufgenommen und für allgemeinverbindlich erklärt werden. „Nur so sind Beschäftigte – aus welchem Land sie auch kommen - ebenfalls in den verleihfreien Phasen und während eventueller Einarbeits-Zeiten vor Lohndumping geschützt.“

Sommer bezeichnete es in diesem Zusammenhang als nicht länger hinnehmbar, dass Leiharbeitnehmer derzeit bis zu 50 Prozent geringere Löhne als die fest angestellten Kollegen erhielten. „Ungefähr jeder neunte Leiharbeitnehmer ist ergänzend auf Hartz IV angewiesen um über die Runden zu kommen“, kritisierte der DGB-Chef. „Dabei müssen sie besonders flexibel arbeiten und leben in ständiger Unsicherheit, weil Hire- and Fire in dieser Branche gang und gäbe ist.“ Sommers Fazit: „Der Einsatz von Leiharbeit darf nicht länger zur Bedrohung ganzer Stammbelegschaften führen, sondern muss wieder das Instrument sein, wozu es erfunden wurde: Zur Abdeckung von Auftragsspitzen.“

Die Bundesregierung hatte erst vor kurzem angekündigt, dem Missbrauch von Zeitarbeit einen Riegel vorschieben zu wollen. Das Bundeskabinett beschloss daraufhin eine Gesetzesänderung, die verhindern soll, dass Firmen Beschäftigte erst entlassen und anschließend als Zeitarbeiter zu schlechteren Bedingungen wieder einstellen. Der Bund reagierte damit auf Vorfälle bei der Drogeriemarkt-Kette Schlecker.

Schlecker war Anfang des Jahres dafür in die Kritik geraten, kleinere Filialen zu schließen, den Angestellten zu kündigen und Mitarbeiter für neu eröffnete Märkte über eine Leiharbeitsfirma zu deutlich schlechteren Konditionen neu einzustellen. Die Union hatte daraufhin angekündigt, dem Missbrauch von Zeitarbeit mit einem Gesetz entgegenwirken zu wollen.

Seite 1:

DGB-Chef Sommer sagt der Leiharbeit den Kampf an

Seite 2:

Kommentare zu " Arbeitsmarkt: DGB-Chef Sommer sagt der Leiharbeit den Kampf an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das ist der Witz! Dank Schröder,Sozies, Grüne und Gewerkschaften ist die Leiharbeit doch erst so ausgeufert und unbefristet möglich!!!
    Sommer soll sich wieder hinlegen und mit Gas Gerd und Lügen-Fischer Pensionen Diäten Tantiemen Honorare Gehälter beteiligungen Ruhe- und Übergangsgelder zählen.

  • DGb-Sommer, meldet der sich auch mal wieder?
    Sommers Kampf gegend ie Regierung geht wie immer aus: Mit Merkel im Kanzleramt lecker essen auf Kosten der Steuerzahler, danach it dann wieder alles in butter und alles bleibt beim alten.
    Die Gewerkschaften sind längst Teil der Politik geworden, sie wissen gar nicht mehr, was eigentlich ursprünglich mal ihr Auftrag war.
    Den kleinen Malocher vertreten die schon lange nicht mehr

  • Was weiterhin nicht auf den Tisch kommt, ist dass informatiker und ingenieure gleichermassen betroffen sind und diese Unternehmen nicht als solche deklariert sind, z.b. das Leiharbeitsunternehmen iCS AG, tätig bei Thales und bombardier, Daimler etc. welches dafür verantwortlich ist das mein berufsleben zerstört wurde, nach zahlreichen Mobbingaktionen und bedrohungen.

    Die Unternehmensführungen wollen solche Leiharbeiter die sie beliebeig diskrimieren und denen sie die Schuld zuschieben können, haben.

    Hochsicherheitskritische Systeme werden in Deutschland in diskriminierender Leiharbeit geprüft. EbA Gutachter decken das Sytsem mit und arbeiten nur für ihren persönlichen Profit. Hier geht es nicht um bahnsicherheit sondern möglichst hohe Erträge für sich selber zu erwirtschaften.

    Doch da der Staat diese Leiharbeit deckt, und damit auch für bahnunfälle verantwortlich ist, werden diese Themen unter den Tisch gekehrt.

    Aufgrund der mangelhaften Qualifikation der dort tätigen Akademiker und dr. titel inhaber welche versuchen bahnsicherheit mit akademischen Modellen zu prüfen und dann auch noch teilweise konsequent falsch, passieren zahlreiche bahnunfälle, s. auch das brechen der bahnachsen.

    Leiharbeiter haben kein geistiges Urheberrecht, meine Diplomarbeit wurde einkassiert, meine fachliche Arbeit einkassiert und ich konnte darüber auch nicht publizieren, so wie andere es können.

    Das ist die Frauenförderung in der informatik in Stuttgart.
    Gewalt gegen Frauen in Leiharbeit, kein Thema in der bahnsicherheit in Stuttgart.
    im 3. Welt Entwicklungsland Deuiútschland können Frauen immer noch nicht in technischen berufen arbeiten. Es wird ein Riesentamtam gemacht, was alles für Frauen getan wird, und was sie dort alles für mich getan hätten...Diese Lügerei hier in Deutschland. Sittenwidriges Anstarren von Prjektleitern und Eba Gutachten, Abteilungsleitern und soweiter. Diskriminierender Lohn von 60% Unterschied zur Stammbelegsdchaft, keine Aus-und Weiterbildung obwohl sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Gewalt gegen Frauen hochbezahlter Volkssport in Deutschland. Leiharbeit nur ein weiteres instrument um Menschen zu demütigen zu quälen und fertigzumachen. Seit 6 Jahren werde ich vorsätzlich aus dem berufsleben ausgegrenzt. Akademische Mobbingtreiber sitzen in hochbezahlten Positionen und bekommen weil sie Gewalt mittragen und vertuschen alles hinterhergeworfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%