Arbeitsmarkt

Grüne wollen Minijobs auf 100 Euro drücken

Die Grünen sind enttäuscht: Sie hatten sich die Minijobs als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt vorgestellt. Das habe nicht funktioniert, konstatiert Spitzenkandidatin Göring-Eckardt - und macht einen Vorschlag.
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Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl 2013. Quelle: dpa

Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl 2013.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Grünen wollen die Regelungen für Minijobs auf eine monatliche Verdienstgrenze von 100 Euro beschränken.

"Alle Verdienste über 100 Euro im Monat sollen steuer- und abgabenpflichtig werden, mit reduzierten Beiträgen für geringe Einkommen", sagte die Spitzenkandidatin der Partei für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Als Ausnahme nannte sie den "haushaltsnahen Bereich", für den die "unkomplizierte Anmeldung der Arbeitskraft erhalten" bleiben solle.

Zur Begründung für ihren Vorstoß sagte Göring-Eckardt der Zeitung: "Als wir die Minijobs eingeführt haben, dachten wir, sie seien eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt." Die Erwartung habe sich nicht erfüllt.

Durch eine Reform könne mehr reguläre Beschäftigung entstehen. "Die Leute wären besser abgesichert und könnten wieder mehr Rentenansprüche aufbauen", sagte Göring-Eckardt.

Als Minijobs werden Beschäftigungsverhältnisse mit einem Monatsgehalt von aktuell bis zu 450 Euro bezeichnet. Minijobber sind bis zu dieser Gehaltsgrenze von Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung befreit. Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es derzeit mehr als 7,4 Millionen Minijobs.

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42 Kommentare zu "Arbeitsmarkt: Grüne wollen Minijobs auf 100 Euro drücken"

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  • Genauso ist es...Meine Frau arbeitet als Fahrerin für behinderte Kinder. Und ist damit sehr zufrieden. Ich selbst bin in passiver Altersteilzeit, mehr oder weniger freiwillig.Nächstes Jahr bin ich dann Rentner. Als private Altersvorsorge habe ich zwei Mietwohnungen erstellt und über Kapitallebensversicherungen finanziert. In den Genuss dieser zusätzlichen Rente werde ich erst in fünf Jahren kommen, Politik sei Dank. Wenn das Ehegattensplitting fällt, wie es diese Grünen (den Ausdruck erspar ich mir) vorhaben, um ihre verbeamtete 68er Lehrerklientel zu bevorteilen, die dann auch für ihre Hausangstellten (unter 100€ steuerfrei)keine Abgaben zahlen, (natürlich keine Ausbeutung)und meine Frau ihren Minijob los ist, dann können wir unsere Hypotheken nicht mehr bedienen. Ich habe 40 Jahre gearbeitet, und lasse es mir nicht gefallen durch grüne und linke Spinner enteignet zu werden.

  • Was die Netiqette betrifft sind Grüne doch immer vorneweg wenn es um persönliche Angriffe gegen andere geht. Das sogar
    im Bundestag und allen Medien. Diese Beleidigungen gehen Weltweit auf Reise und das nennt man Demokratie. In Nordkorea angekommen ist dann diese Demokratie zu Hause.
    Wenn Özdemir massiv das NSU Gericht einen gesunden Menschenverstand abspricht dann ist das Gericht für andere
    untauglich und man wird sehen, welche Auswirkungen das in den Türkischen Medien hat. Der Aufmacher;: Nun brennen wir wieder, in den türkischen Medien als mieses Beispiel genannt. Das Handelsblatt könnte sich Özdemir ruhig mal vorknöpfen per Artikel.

  • Noch was, wo wir gerade bei Zauberwörtern sind: Man müsste eigentlich den Begriff Minijob abschaffen. Es ist eine Teilzeittätigkeit, genauso wie ein Halbtagsjob.

  • Wär schön, wenn es so einfach wäre. Finden Sie doch erstmal im fortgeschrittenen Alter einen halbwegs passenden Job (ich bin Ende 40). Und gerade von diesem Arbeitgeber hätte ich soviel Falschheit nicht erwartet. Wissen Sie, sowas geht schleichend: Man kommt erst mal zur Probe arbeiten, ob einem der Job überhaupt gefällt und wenn ja, dann soll es auch einen Arbeitsvertrag geben. So, und dann steckt man schon drin, hat sich eingearbeitet, sich mit den Kollegen bekannt gemacht und erfährt erst nach und nach, was alles im Argen liegt. Auch die KollegInnen, die teilweise schon seit Jahren da waren, hatten keinen Vertrag und wurden genauso mies behandelt. Aber sie spielen dieses schmutzige Spiel mit, weil ihre Situation deutlich schlechter ist als meine. Denn sie brauchen schlicht das Geld und haben aufgrund ihres Alters und/oder ihrer Ausbildung noch schlechtere Chancen, was anderes zu finden.

    Nein, würde mir so in der Form auch nicht mehr passieren, dass ich ohne Arbeitsvertrag auch nur einen Handschlag mache. Zuvor habe ich Bürojobs gemacht (habe auch in dem Bereich eine langjährige Berufserfahrung in Vollzeit) und sowas dabei nie erlebt, war immer alles korrekt. Also werde ich versuchen, wieder was im Büro zu machen, denn das ist meine eigentliche Welt.

  • Ein weiteren, von Ihnen vergessenes Zauberwort heißt:
    ARBEITSVERTRAG!

    Und zwar: BEVOR Sie dort angefangen hätten zu arbeiten.

    Ein Arbeitsvertrag ist nämlich eine ZWEISEITIGE Vereinbarung!
    Sie können ihn unterschreiben, wie er ist, oder andere Forderungen stellen!

    Dann hätten Sie vorher gewusst, in welcher Form Sie ausgebeutet werden sollen!
    Sie hätten es in der Hand gehabt!

    Sie können auf einen Arbeitsvertrag BESTEHEN! Es ist Ihr RECHT!!!!

    Bietet man Ihnen keinen an (VOR ARBEITSBEGINN), können Sie daran schon "riechen"!
    Sie hätten sich also nie ausbeuten lassen müssen.

    Den Fehler habe ich auch nur 1 x gemacht!
    Inzwischen habe ich mir knallhart eine Feststelle erkämpft und meinen Arbeitgeber 2 x vor Gericht gezerrt und: gewonnen, WEIL ich einen Arbeitsvertrag habe!!!!!

  • Ausbeutung durch den Staat - nichts anderes ist es wenn Steuern gegen die Minijober erhoben werden.

    Ganz genau so ist es
    In der Fahrdienstbranche, z.B. beim Transport von Behinderten, herrscht allgemein ein Lohnverhältnis von rund 5-6 Euro -BRUTTO- wohlgemerkt, allerdings nur die Fahrer verdienen "so viel"! Beifahrer werden mit maximal 4 Euro abgespeist!

    Der Urlaubsanspruch wird dennoch oft von den Unternehmen nicht akzeptiert und ersatzlos gestrichen, genauso, wie Ferienzeiten!

    Verdienen Sie aber über 450 Euro kommt auch noch sofort die gierige Kralle des Staates und schlägt voll zu.

    Wenn Sie dann als Frau arbeiten und verheiratet sind, arbeiten Sie in der Regel auf Steuerklasse 5.
    Zum Jahresende werden die Gatten noch einmal zusammen veranschlagt.
    Rechnen Sie sich einmal aus, was dann übrig bleibt. So gut wie GAR NICHTS!

  • Wissen Sie, was ich mit meinem letzten Minijob gemacht habe? Ich habe ihn nach 4 Monaten gekündigt. Es war ein Job in einer Lottostelle, den man arbeitstechnisch gut aufteilen konnte. Eigentlich wäre er ideal für 2 reguläre Halbtagskräfte gewesen, gemacht wurde er aber von 4 Minijobbern, die man so ja viel besser ausbeuten konnte. Was mich damals betraf:
    a) Obwohl angekündigt, gab es nie einen Arbeitsvertrag.
    b) Mein Stundenlohn lag rechnerisch weit unter den 9,10 €, mit denen ich angeworben wurde, rechnet man z. B. die Arbeitszeit hinzu, die nicht bezahlt wurde, aber trotzdem erbracht werden musste. Oder zieht noch die 2 € ab, die angeblich an Lohnsteuer fällig waren. Tatsächlich waren es ja nur 2 %.
    c) Urlaub wurde grundsätzlich nicht bezahlt.
    d) Aber man musste einspringen, wenn mal jemand in eben diesem war. Somit bekam man dessen Arbeitslohn und verdiente unter der Hand mehr, hatte aber auch mehr Arbeitszeit. Die belief sich in meinem Fall von den angeworbenen 54 Std./Mon. tatsächlich dann auf über weit 70 Std. in einem Monat bzw. passierte mir das in 2 Monaten. War in der Zeit also quasi ein Halbtagsjob, getarnt als Minijob.

    Hätte ich dies und anderes von Anfang an gewusst, hätte ich nie diesen Job angetreten. Aber es kam eine Überraschung nach der anderen. Dabei will ich gar nicht Halbzeit arbeiten oder strebe gar einen Vollzeitjob an, sondern mir (bin Hausfrau) einfach nur ein Taschengeld hinzuverdienen und gut ist. 10 bis 12 Std. die Woche sind okay, 15 schon grenzwertig.

    Ausbeutung ist kein Geschäft und die Politik tut sehr gut daran, hier was zu ändern. Das Zauberwort heißt aber „Mindestlohn“ und nicht Steuern auf einen Mini-Einkommen, was für ein Schwachsinn!

    Ein weiteres Zauberwort heißt aber auch schlicht „Arbeitsverweigerung“. Lieber weniger Geld in der Tasche haben oder sogar dem Staat bei relativer Gesundheit auf der Tasche liegen als Arbeitgebern bei deren Bereicherung behilflich zu sein und sich noch dabei kaputt machen.

  • Eigentlich wäre es nur gerecht, wenn alle ihr Arbeitseinkommen gleich versteuern müssen. Wenn Eine 2000,-€ Gehalt bekommt, zahlt sie auf 2000,-€ Steuer. Wenn Eine 1550,-€ Gehalt bekommt und zusätzlich 450,-e als "Minijober" einnimmt, dann bezahlt sie nur auf 1550,-€ Steuer. Wieso eigentlich?

  • Wir sind das Volk, somit haben wir zu sagen, die Politik lediglich umzusetzen, was das Volk will. Was kümmert mich die Fantasie der Grünen, sie sollen weiter träumen, wenn sie noch immer nicht realisiert haben, dass sie die Interessen des Volkes umzusetzen haben, nur dafür werden diese bezahlt ;-)

  • Stimme zu 100% zu! Einige kapieren`s ja doch!

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