Arbeitsmarkt in Deutschland: Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2,569 Millionen

Arbeitsmarkt in Deutschland
Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2,569 Millionen

Dank der Belebung des Arbeitsmarktes im Frühjahr sank die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten April-Wert seit 1991. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erwartet, dass die gute Entwicklung anhält.
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NürnbergDie anziehende Konjunktur bringt dem Jobmarkt in Deutschland eine kräftige Frühjahrsbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen sank im April auf 2,569 Millionen und damit auf den tiefsten Stand in diesem Monat seit 1991, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Das seien 93.000 weniger als im März und 175.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote fiel binnen Monatsfrist um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. „Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich damit fort“, sagte der neue BA-Chef Detlef Scheele. Der für die Jahreszeit übliche Schwung mache sich bemerkbar, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern nehme weiter zu.

Scheele blickt auch positiv nach vorn. Auch für die kommenden Monate sei nicht mit einem Einbruch beim Wachstum der Beschäftigung und beim Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles verwies darauf, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf Rekord-Niveau liegt. „Diese Entwicklung kann weiter gehen, denn die Beschäftigungstrends sind gut und es gibt weiter mehr als eine Million offene Stellen.“ Der Chefvolkswirt der ING-Diba, Carsten Brzeski, bezeichnete den Arbeitsmarkt als „Fels in der Brandung“.

Vollbeschäftigung herrscht im Süden. In Bayern liegt die Arbeitslosenquote nur bei 3,2 Prozent und in Baden-Württemberg bei 3,6 Prozent. Am höchsten ist sie dagegen in den Stadtstaaten Bremen (10,4 Prozent) und Berlin (9,2).

Klammert man jahreszeitliche Schwankungen aus, sank die Erwerbslosigkeit etwas stärker als erwartet. Saisonbereinigt ging sie laut BA bundesweit um 15.000 im Monatsvergleich zurück. Volkswirte hatten ein Minus von 12.000 erwartet. „Das robuste Wachstum und die glänzende Stimmung in der Wirtschaft sorgen dafür, dass die Unternehmen weiter einstellen“, sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. „Besonders viele offene Stellen gibt es derzeit im Bauhandwerk, in Gesundheits- und Pflegeberufen, für Verkäufer, Fahrzeugführer und Informatiker.“ Vor allem flexible Arbeitsmodelle hätten sich bewährt. Zeuner plädierte für Lohnabschlüsse, „die Beschäftigte fair entlohnen und Unternehmen weiter einstellen lassen. Dann sollte der Arbeitsmarkt auch für das Jahr 2017 die Wachstumslokomotive und das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft bleiben.“

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer begründete die gute Lage am Arbeitsmarkt auch mit stabilen Lohnzusatzkosten. Diese müssten weiter begrenzt bleiben, sagte der BDA-Chef. „Wer fordert, den Krankenkassenbeitrag für Arbeitgeber anzuheben, gefährdet Wachstum und Arbeitsplätze.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Arbeitsmarkt in Deutschland: Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2,569 Millionen"

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  • Ganz klar muss eine Statistik her, die einen vollständigen Status über die Bevölkerung gibt.

    Bevölkerung, Anzahl unter dem Arbeitsalter (Schule, ...), Anzahl Rente/Pension, Anzahl Beschäftigte, Anzahl nicht arbeitsfähig, Anzahl in Maßnahmen, ...

    Wenn ich die Zahl der Arbeitssuchenden immer um irgendwelche Maßnahmen kürze, die nicht transparent sind, muss ich mich nicht wundern, wenn der Statistik niemand glaubt!

    Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass in unserer Region (BW) der Markt tatsächlich leer ist. Selbst unheilbare Alkoholiker sind mittlerweile in Lohn und Brot. Die verbleibenden Arbeitssuchenden sind bekannt und entweder in friktioneller Arbeitslosigkeit oder "faul".

  • Die Bundes-Arbeitsagentur untersteht dem BAM, es werden immer nur bereinigte Zahen veröffentlich, die von der SPD Ministerin, Frau Nahles genehmigt wurden und der SPD ins Wahlprogramm passen. Das sind immer nur Halbwahrheiten, um den Wahlkampf
    positiv zu gestalten und um sich fremde Federn anstecken zu können.
    Das Handelsblatt sollte eigene Recherchen betreiben, um die konkreten Werte heraus zu finden.!!!

  • Jeden Tag Fake News eine besondere Form der Unterhaltung, ohne die ich nicht mehr leben kann,

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