Arbeitsmarkt
INSM: Vollbeschäftigung bis 2015 möglich

Ein Gutachten der Initiative Soziale Marktwirtschaft sieht die Chancen auf Vollbeschäftigung in Deutschland so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr. Zunächst müsse die Politik jedoch noch einiges für die Arbeitnehmer tun.
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Hamburg/Berlin

Das Hamburger HWWI-Institut hält Vollbeschäftigung in Deutschland bis 2015 für möglich. Dafür müsste die Politik für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen, die Einstellungschancen von Älteren verbessern und gering Qualifizierten mit Lohnzuschüssen unter die Arme greifen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Gutachten des Hamburger HWWI-Instituts.

Gelingt dies, könnte die Arbeitslosenquote von derzeit 7,3 Prozent bis 2015 unter fünf Prozent sinken. Bei Quoten von zwei bis fünf Prozent sprechen Fachleute von Vollbeschäftigung. Bis 2017 könnte die Zahl der Arbeitslosen laut HWWI von aktuell knapp 3,1 Millionen unter zwei Millionen sinken.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die gute Lage am Arbeitsmarkt wiederholt als Jobwunder bezeichnet und sieht Deutschland ebenfalls auf dem Weg zur Vollbeschäftigung.

Dafür muss nach Ansicht des HWWI aber noch einiges geschehen. "Die Arbeitsmarktpolitik muss darauf fokussiert sein, Ältere so gut wie Jüngere, Frauen so gut wie Männer und Menschen mit Migrationshintergrund so gut wie Menschen ohne Migrationshintergrund in das Erwerbsleben zu integrieren", erklärte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar. "Gelingt das, dann gelingt auch Vollbeschäftigung." Straubhaar plädierte für eine Fortsetzung der moderaten Lohnpolitik, die zu einer besseren Wettbewerbsposition der deutschen Firmen beigetragen habe.

Das HWWI-Gutachten "Wege zur Vollbeschäftigung" ist ein Auftrag für die Lobbygruppe Initiative Soziale Marktwirtschaft (INSM), die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr bezeichnete die Chance auf Vollbeschäftigung "so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr".

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Arbeitsmarkt: INSM: Vollbeschäftigung bis 2015 möglich"

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  • Das Tolle an der Politik des INSM ist: Ab 1,25 €/Std. können sich sogar Hartz4-Empfänger einen Haussklaven leisten. So herrscht 2015 in Deutschland unter Garantie "Vollbeschäftigung".

    Mittlerweile liegen wir leider unter dem Lohnniveau der ehemaligen DDR, zahlen jedoch West-Preise für Mieten, Lebenshaltung etc.

    Insofern eine zweifelhafte Wiedervereinigungspolitik des Merkel-Ackermann-Staates.

    Im Übrigen spricht man in Deutschland von Vollbeschäftigung von einer Arbeitslosenquote von 5-6%. Doch die Zahl hat nur noch wenig Aussagekraft: Längst müsste eine Quote eingeführt werden, die aussagt, wieviele Menschen von ihrem Lohn längst nicht leben - geschweige denn eine Familie ernähren - können.

  • Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat mit sozialer Marktwirtschaft nun gar nichts am Hut. Sie sind stramme Kapitalisten und richten genug Schaden in Deutschalnd an. Das sind z. T. die selbsternannten Experten die durchs Land laufen und die Regierung "beraten" Prof. Raffelhpüschen, dieser Experte für alles gehört auch dazu. Hüther ist auch so ein Schwätzer.
    Aber mit ihrer Einschätzung zur Vollbeschäftigung, haben sie natürlich Recht. Es gibt ja noch jede Menge Mini-Jobs.
    Wir haben schon jetzt 7,3 Mio in Mini-Jobs, das sind die gesunkenen Arbeitslsoenzahlen von denen die Regierung immer schwafelt.
    Wir werden belogen bis zum geht nicht mehr
    Hartz IV, so muß man heute sagen, wurde offenkundig nur zu diesem Zweck erfunden. Leute zu Dumpinglöhnen arbeiten lassen und als Minijobber.
    Und Stellen zu besetzen, die der Staat bestimmt

  • Ich traue dieser ISM nicht, sie sind die rabiatesten Extremkapitalisten.
    Wie also kommen die auf solch eine Einschätzung?
    Sie werden sich ausrechnen, dass man durch die Zuwanderung in die Sozialsysteme das jetzt schon bescheidene H4 zurückfahren muss - zudem werden die Löhne weiter sinken, und eben NICHT steigen.

    Das ganze wird dann also eine Extremniedriglohngesellschaft mit "Vollbeschäftigung" sein, in der es ein Hauen und Stechen gibt.
    Zur Freude aller Unternehmer und Arbeitgeber.

    Flüchtet aus diesem Land, wenn Ihr an einer echten Zukunft für Euere Kinder interessiert seid.

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