
BERLIN. Die rasche Erholung der deutschen Industrie nach der Wirtschaftskrise kehrt die Verhältnisse am Arbeitsmarkt um - und das viel früher als erwartet. Der Wettlauf der Betriebe um knapper werdende Arbeitskräfte hat begonnen. Die Frage ist nicht mehr: Wie lange lassen sich Entlassungen vermeiden? Sie lautet: Wo kommt das nötige Fachpersonal für die nächsten Jahre her. Die lang erwartete Trendwende ist da.
Aktuelle Belege liefert ein Blick in die Datenbank des Personaldienstleisters Hays, der im Markt für hochqualifizierte Zeitarbeitskräfte den Ton angibt: Die Nachfrage nach Fachpersonal für befristete Projekte ist nun schon höher als vor der Krise. Nach einer Exklusivauswertung für das Handelsblatt lag die Zahl der Anfragen für Spezialisten bei Hays im zweiten Quartal etwa in der Autoindustrie um 19 Prozent über dem Niveau von Anfang 2008. Kaum geringer sind die Zuwächse bei Chemie/Pharma (16 Prozent) und Maschinenbau (14 Prozent). In der Logistik lag die Zahl der Anfragen gar 27 Prozent über Vorkrisenniveau. "Die Krise hat das strukturelle Problem des Ingenieurmangels nur verdeckt", ordnet ein Firmenssprecher die Entwicklung ein.
"Der demografische Wandel kommt nicht irgendwann, er findet längst statt und konfrontiert uns mit seinen massiven Folgen", betont Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und fordert eine Neugewichtung der Prioritäten. "Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam handeln, um dem bereits sichtbaren Fachkräftemangel entgegenzuwirken." Dies erfordere insbesondere, ältere Arbeitskräfte und Menschen mit Migrationshintergrund besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Auch die neuen Arbeitsmarktzahlen für Juni werden untermauern, wie schnell sich krisenbedingte Personalüberhänge zurückbilden: Nachdem die Arbeitslosigkeit schon im Mai um fünf Prozent auf 3,24 Millionen gesunken war, ging sie im Juni weiter stark zurück - nach Informationen von CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs sank die Arbeitslosenzahl auf 3,13 Millionen. Alle Details wird die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute bekanntgeben. Klar ist bereits: Funkt kein neues Krisenereignis dazwischen, dann fällt die Arbeitslosigkeit spätestens im Herbst unter drei Millionen. Einst hatten Fachleute für 2010 Arbeitslosenzahlen um fünf Millionen erwartet.
Die Ingenieurlücke wächst rapide
Zwar ist es auch bei drei Millionen Arbeitslosen scheinbar verwunderlich, dass Arbeitskräfte knapp sein sollen. Doch viele Kandidaten sind zu wenig qualifiziert: Als gut vermittelbar könne nach wie vor nur etwa ein Drittel der Arbeitslosen gelten, bestätigt Holger Bonin vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Zwei Millionen Langzeitarbeitslose passen dagegen kaum zum Anforderungsprofil der Unternehmen.
Hallo,
ich muss Herrn Kiss in einem Punkt beiflichten. Es sollte vermehrt um die Einbindung der älteren Arbeitnehmer gehen. Meiner Meinung nach verschenken Unternehmen ein riesiges Pontential, indem sie ihre qualifizierten Mitarbeiter in einem Alter gehen lassen (müssen), in welchem diese noch problemlos ihr Knowhow für das Unternehmen einsetzen könnten. Und auch wenn dies bedeuten würde dass ein Arbeitnehmer der auf die 70 zugeht eben nciht mehr eine Vollzeitstelle innehat.
Dieser Umstand beschäftigt mich schon lange, daher habe ich dieses Jahr ein Onlinestudium an der Uni Stuttgart zu diesem thema belegt. Dieses Studium sollte jedem Personalverantwortlichen bekannt gemacht werden. Hier wird ein Verständnis geschaffen wie man die demografischer Herausforderung als Chance nutzen kann. ich kann nur jedem dazu raten sich dahingehend Gedanken zu machen, da wir uns, wie schon mehrfach erwähnt, auf eine Gesellschaft zubewegen, die nicht mehr nach den bisher bekannten Maßstäben funktionieren wird. Man muss die Alten aktiv einbinden und so von ihnen und mit ihnen profitieren.
Die Gesellschaft hat es verursacht:
Der Jungewahn in den Firmen. Anfang der 80-ziger hat HP damit geprahlt, dass der Altersdurchschnitt bei 28 Jahren liegt. Und heute ?
Sie sollen mindestens zwei Studien haben, einmal Maschinenbau und dann noch Kaufmännische Kenntnisse, drei Fremdsprachen und einschlägige min. 20 Jahre berufserfahrung, Alter nicht mehr wie 30 Jahre, überspritzt aber so waren die Stellenanzeigen.
Seit 1990 kurusioser Weise mit der Widervereinigung gehen die Geburten zurück. in 2009 der niedrigste Stand bis her. im Jahr 2000 war es dass Erstemal in der Geschichte von Deutschland das mehr 60-zig jährige als 16-zehn jährige in D lebten. Nächste Veränderung war 2005 und 2010, der Altersgau kommt in 2015 also in 4,6 Jahren.
Viele Firmen haben nicht mehr Ausgebildet. Warum , man benötigte extra noch eine Ausbilder Eignungs Prüfung.
Mangel an ingenieuren höre ich seit meinem Studium Ende 1983. Mangel Mangel Mangel.
Nur wo sind die dann die ingenieure, Abschluß pro Semester nur 20%, Abbruch sehr hoch.
An den Technologie Tagen der FH ULM wurde Ende der 90-ziger Jahre aufgezeigt, wie die Anfänger für ein Studium nach Unten gehen. Asimptotisch auf Null.
Jezt kommt noch die Hürde der Semestergebühren.
Schauen Sie aber mal auf die Schließungen von Schulen weil keine Schüler mehr da sind. Wir wissen, das in D der Plan existiert, in diesem Fall die Erste Universität oder Hochschule zu schließen.
Wo keine Schüler mehr dann auch keine Studenten mehr.
im Vergleich in China verlassen pro Semester 500.000 Absolventen die Hochschulen und in D ?
Der Niedergang der Geburten ab 1990 und der Jugendwahn mit der unter H.Kohl eingeführten staatlich bezahlten Frühverrentung hat das Gesellschaftliche Problem kreiert. Lösung imigranten, wird es nicht sein, hierzu gibt es genügent beispiele, dass das nicht funktionert hat.
Es ist aus und vorbei die Familienpolitik hat es verschlafen.
Deutschland verkommt zum Altersheim, Lösung D verlassen so schnell wie möglich, den im Ausland wie der Schweiz, denkt man über das Alter anderst nach wie in D. Die Quote dort liegt bei 60% der über von D. weit darüber
Einigen hier muss ich widersprechen.
Nicht alle "Alten" sitzen auf der Kaskoversicherung des Vergangenen.
Dazu zähle ich mich selbst.
bin 2005, 65-jährig in Rente gegangen. Seither arbeite ich immer noch mindestens 2 Monate im Jahr. Auch Dank eine bestehenden Connection zu einem kleinen Unternehmen. Nur wenn man sich selbst entfremdet, ist man befrendend.
Das im Artikel nichts, aber auch gar nichts von dem Einbinden der Älteren geschrieben wird ist aber bezeichnend für eine "Fortschrittsgesellschaft" die das wesentliche vergesen hat: ihren eigenen Fortbestand, die Fortpflanzung. Dazu sorgt der instinkt schon bei jedem Tier, bei jeder Pflanze....
Das der industrie die Fachkräfte ausgehen ist sie selbst schuld. Jahrzehnte lang hat sie, durch Diskriminierung der Eltern und speziell der Mütter, den boden für diesen Mangel selbst vorbereitet.
Jetzt hat sich die Mentalität verfestigt.
Kinder sind eine Last?
Dazu kommt jetzt eine neue Falschmentalität. Die Älteren sind eine Last?
Auch wenn ich nicht so schnell laufen kann, ich habe manchem Feuchtohrhasen einiges voraus: breites Fachwissen anstatt intellektueller Engstschublade, von anderen Kulturgüter anstatt Rappsucht gar nicht zu sprechen...
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