1 Bewertung *****
24.06.2008 
Neue Daten

Arbeitsmarkt-Öffnung für Ingenieure ist Flop

Der Bundesregierung droht bei der Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts für osteuropäische Ingenieure ein Flop. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA), die dem Handelsblatt vorliegen, haben die im vergangenen Jahr vereinfachten Zuzugsregeln für Ausländer bis Jahresende 2007 bundesweit nur 19 Osteuropäer zusätzlich ins Land gelockt.

BERLIN. Weitere acht Ingenieure konnten den Daten zufolge über eine vereinfachte Aufenthaltsregelung für Hochschulabsolventen rekrutiert werden. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlen in Deutschland jedoch mehr als 70 000 Ingenieure.

Damit haben sich die Erwartungen an die Initiative, die das Bundeskabinett im August 2007 auf seiner Klausur in Meseberg beschlossen hatte, bisher nicht annähernd erfüllt. Die Große Koalition hatte sich davon einen wirksamen Beitrag zur Linderung des Ingenieursmangels versprochen. Die Bundesagentur für Arbeit relativierte den Befund auf Anfrage des Handelsblatt allerdings mit dem Hinweis, dass die Neuregelung bis Jahresende möglicherweise noch nicht ausreichend bekannt gewesen sei.

Konkret hatte das Bundesarbeitsministerium auf Basis der Beschlüsse von Meseberg am 16. Oktober eine neue Verordnung erlassen. Diese erlaubt es deutschen Firmen, Bewerber aus den östlichen EU-Staaten in Bereichen mit besonders starkem Ingenieursmangel auch ohne die sonst geforderte "Vorrangprüfung" einzustellen. Üblicherweise muss die BA einem Arbeitgeber zunächst bescheinigen, dass kein geeigneter inländischer Bewerber verfügbar ist.

Die Lockerung der Regeln betrifft speziell Ingenieure für Maschinen-, Fahrzeugbau und Elektrotechnik. Ergänzend wurden Regelungen für ausländische Absolventen deutscher Hochschulen gelockert. Auch sie müssen sich seither keiner Vorrangprüfung mehr stellen, wenn sie einen ihrem Studienabschluss entsprechenden Arbeitsplatz haben.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Finanzkrise: Misstrauen durchdringt all...

    Finanzkrise: Misstrauen durchdringt alle Bereiche

    Keine Frage, die Finanzkrise, die wir derzeit erleben, ist außergewöhnlich. Alle Vergleiche mit vorherigen Wirtschaftskrisen hinken. Und das Vertrauen ist zerstört, wie ein Blick auf wichtige Indikatoren des Finanzmarktes zeigt.Bildergalerie 

  • Hier versickern unsere Steuergelder

    Hier versickern unsere Steuergelder

    Ein Schwimmbad, das niemand nutzt. Gratis-Fitness für städtische Angestellte. Staatliche Tipps zum Umgang mit Wölfen ("Sie sind keine Kuscheltiere") – das neue "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler listet wieder die krassesten Fälle öffentlicher Verschwendung auf.Bildergalerie 

  • Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bed...

    Was der Seehofer-Wechsel für Merkel bedeutet

    In Berlin steht eine Kabinettsumbildung an. Da Bundesagrarmnister Horst Seehofer (CSU) als Ministerpräsident nach Bayern wechselt, muss sein Posten in der Bundesregierung neu besetzt werden. Möglicherweise nutzt Kanzlerin Angela Merkel die Gelegenheit, um auch Veränder...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

In der loose-loose-Falle  Artikel in Merkliste

10.10.2008 von Barbara Gillmann

Die große Mehrheit, mit der die Hamburger Grünen für die Fortsetzung der Koalition gestimmt haben, verblüfft. Die Ökopartei, die im Bundestagswahlkampf vor allem mit dem Klimaschutz punkten will, riskiert, dass sie den Kredit beim Wähler auf dem für sie existienziellen Feld verliert. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Zeit für gemeinsames Handeln  Artikel in Merkliste

10.10.2008

Noch sinnen die Mächtigen der Finanzwelt auf nationale Rettungsaktionen. Doch bei ihrem Treffen in Washington müssen sie koordinierte Schritte beschließen, sonst ist der Fall der Märkte nicht zu stoppen. Kommentar