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28.08.2008 
Arbeitsoligkeit sinkt trotz Flaute

Arbeitsmarkt steuert auf magische Schwelle zu

von Dietrich Creutzburg

Allen Konjunktursorgen zum Trotz ist die Arbeitslosigkeit im August stärker gesunken als erwartet. Im Herbst könnte sie nun erstmals wieder unter drei Millionen fallen. Experten warnen allerdings vor falschem Optimismus.

Allen Konjunktursorgen zum Trotz: Die Schlangen vor den Arbeitsagenturen wie hier in Frankfurt werden kürzer. Foto: apLupe

Allen Konjunktursorgen zum Trotz: Die Schlangen vor den Arbeitsagenturen wie hier in Frankfurt werden kürzer. Foto: ap

BERLIN. Die Warnzeichen am Konjunkturhorizont lassen den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin kalt. Der Abbau der Arbeitslosigkeit hat sich im August sogar wieder geringfügig beschleunigt. Damit wachsen die Chancen, dass die Zahl der Arbeitslosen im Herbst erstmals seit November 1992 unter die Marke von drei Millionen fallen könnte. Dennoch warnen Experten vor Euphorie. Da der Arbeitsmarkt stets verzögert auf Konjunkturschwankungen reagiere, werde man die Auswirkungen des aktuellen Abschwungs "voll erst zum Jahresende sehen", warnte beispielsweise Sebastian Wanke von der Dekabank.

Im abgelaufenen Monat sank die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) um 14 000 auf 3,196 Millionen. Ein leichter Rückgang im August entspricht dem üblichen Saisonverlauf, allerdings war das Ausmaß der Verbesserung diesmal sogar wieder um 5 000 größer als vor Jahresfrist. In den vorangegangenen Monaten hatte sich der seit 2006 laufende Abbau der Arbeitslosigkeit tendenziell verlangsamt. Bereinigt um Saisoneinflüsse ermittelte die BA diesmal jedoch sogar einen Rückgang um 40 000.

"Die positive Grundtendenz am Arbeitsmarkt hält an", folgerte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt aus den Zahlen. Bisher seien keine negativen Einflüsse der in jüngster Zeit deutlich verschlechterten Konjunkturdaten für Außenhandel und Auftragseingänge zu erkennen. Da die Arbeitslosigkeit üblicherweise jeweils im Oktober oder November den tiefsten Stand des Jahres erreicht, wird damit nun ein zumindest zeitweiliger Rückgang unter die Drei-Millionen-Marke immer wahrscheinlicher.

Dass die markante Zahl schon im September unterschritten werde, sei zwar kaum zu erwarten, erläuterte Alt. Im Oktober sei die Wahrscheinlichkeit dann aber "etwas besser als 50 Prozent". In den zurückliegenden Monaten hatte sich die BA mit solchen Voraussagen noch auffallend zurückgehalten. Offenbar hat erst die unverhofft positive Entwicklung im August ihre Bedenken abgebaut. Tatsächlich sank die Arbeitslosenzahl in den Jahren 2006 und 2007 von August bis Oktober jeweils um mehr als 250 000. Nun würde schon ein Rückgang um 200 000 ausreichen, um die Marke zu knacken.

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