Arbeitsmarkt
Studie: Gesetzlicher Mindestlohn gefährdet Minijobs

Das Forschungsinstitut IZA schlägt Alarm: Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes soll einer aktuellen Studie zufolge Hunderttausende von Minijobs gefährden. Vor allem Frauen würden den Kürzeren ziehen.

HB BONN. Bis zu 60 Prozent der gegenwärtig im Hauptberuf ausgeübten Minijobs wären nach Berechnungen des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) von einem Mindestlohn in Höhe von 7,50 Euro betroffen. Voll- und Teilzeitarbeitsplätze würden in weit geringerem Umfang unter eine solche Regelung fallen.

Als Folge gesetzlicher Maßnahmen müsste demnach der Lohn vieler Minijobber angehoben werden - mit der Konsequenz, dass viele dieser Arbeitsplätze von den Unternehmen aus Kostengründen in Deutschland nicht mehr angeboten würden. Betroffen wären vor allem Frauen, für die Minijobs bislang eine gute Gelegenheit gewesen seien, Familie und Beruf miteinander zu verbinden.

Die Politik sei daher gut beraten, von allgemeinen Mindestlöhnen Abstand zu nehmen. Das Argument, solche Löhne seien als Instrument zur Bekämpfung von „Elendslöhnen“ unverzichtbar, habe mit der Realität wenig zu tun. Flächendeckende Mindestlöhne würden dem Arbeitsmarkt einen „Bärendienst“ erweisen.

Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ist ein von der Deutsche Post World Net gegründetes privates Wirtschaftsforschungsinstitut.

Die Regierungskoalition ist sich derzeit in vielen Fragen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik uneinig: Vor allem Arbeitsminister Franz Müntefering dringt auf einen Mindestlohn für alle Branchen. Für Zoff sorgt aber auch der Vorschlag des Sachverständigenrates für eine 30-prozentige Kürzung des Arbeitslosengeldes. Müntefering lehnt das Konzept ab, CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla befürwortet es dagegen. Auch bei einer weiteren Senkung des Arbeitslosenbeitrags sowie beim Kündigungsschutz zeigen sich Differenzen.

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