Arbeitsmarkt

XXL-Aufschwung beschert Job-Boom

Der deutsche Arbeitsmarkt floriert ohne Ende, auch im Juni sinkt sinkt die Zahl der Erwerbslosen. Experten erwarten aber, dass die Dynamik nachlassen werde. Die Chancen für Jobsucher bleiben dennoch sehr gut.
Update: 30.06.2011 - 06:24 Uhr 12 Kommentare
Der Schriftzug "Jobs!" am Schaufenster eines Arbeitsvermittlers. Quelle: dapd

Der Schriftzug "Jobs!" am Schaufenster eines Arbeitsvermittlers.

(Foto: dapd)

NürnbergDank der boomenden Konjunktur geht der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt weiter: Im Juni ist die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland nach Schätzungen von Experten um rund 80.000 gesunken. Bereinigt um saisonale Faktoren rechnen die Fachleute großer Banken mit einem Minus von knapp 20.000, wie eine Befragung der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag bekannt. Im Mai war die Zahl der Erwerbslosen mit 2,96 Millionen unter die Drei-Millionen-Marke gesunken. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,0 Prozent.

Für Jobsucher herrschen derzeit gute Zeiten, zumal die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen im Juni so hoch war wie seit Jahren nicht mehr. Am Mittwoch teilte die BA bereits mit, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften auf einen Rekordwert gestiegen sei. Denn zum einen stellten die Unternehmen neue Mitarbeiter ein, um die vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. Zum anderen nutzten viele Arbeitnehmer die günstige Konjunkturphase, um sich einen neuen Job zu suchen - die Betriebe müssen die jeweiligen Stellen dann neu ausschreiben. Und nicht zuletzt bleibt laut BA so manche Stelle unbesetzt, weil einige Betriebe Probleme haben, entsprechende Fachkräfte zu finden.

Der von der Nürnberger Behörde entwickelte Stellenindex BA-X stieg deshalb im Juni von 165 auf 168 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Erfassung der offenen Stellen im Jahr 2004 - und dass, obwohl es im Mai zum ersten Mal seit der Wirtschaftskrise wieder einen minimalen Rückgang zu verzeichnen gab. Doch der Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte nach Aussage von Experten nicht im gleichen Tempo voranschreiten wie in den vergangenen Monaten.

  • dpa
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12 Kommentare zu "Arbeitsmarkt: Super-Aufschwung beschert Deutschland Job-Boom ohne Ende"

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  • Leiharbeit und Geringfügig Beschäftigte etc.

    Das HB kann auch schon mal differenziert berichten:
    Die Schattenseite des deutschen Jobwunders
    (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/die-schattenseite-des-deutschen-jobwunders/4240414.html)

  • @ HB
    Glückwunsch, Sie kriegen ja doch noch eine sachlich-neutrale Schlagzeile hin. Es besteht noch Hoffnung.... <b>Arbeitslosenzahlen gehen deutlich zurück</b>
    (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitslosenzahlen-gehen-deutlich-zurueck/4341098.html)

  • @ Wutbuerger
    Richtig ist, dass der Aufschwung sehr schnell zu Ende gehen kann. Richtig ist auch, dass die Arbeitslosenstatistik der BfA nur im Sinne der vorgegebenen Erfassungsregeln "richtig" ist.
    Die von Ihnen gebrauchten Formulierungen erinnern aber eher an Verschörungstheorien, Klassenkampf und linke Kampfparolen. Dies hat mit einer sachlichen Diskussion wenig zu tun.
    Außerdem haben sie vergessen EHEC, den CIA und die katholische Kirche zu erwähnen.... ;-)

  • In der Tat: Diese effekthaschende Schlagzeile passt nicht zum Standing einer Zeitung wie dem Handelsblatt. Sie ist nicht nur peinlich, sondern natürlich auch (wenn man die Aussage zu Ende denkt) sachlich falsch.

    - Hätten es Überschriften wie "Starker Aufschwung setzt Stellenzuwachs fort", "Starke Konjunktur schafft weiterhin neue Arbeitsplätze" nicht auch getan. Ein guter Redakteur hätte mindestens gleichwertig sachliche Schlagzeilen hervorbringen können.

    - Es sollte auch Redakteuren bekannt sein, dass das einfache Fortschreiben eines Trends wenig mit der Realität zu tun hat. Sofern man dies trotzdem tut, sollte man wenigstens die gegebenen Grenzen kennen.
    Wenn man die Zahl der monatlich geschaffenene Stellen von durchschnittlich 20.000 (~250 Tds. pro Jahr) als konstant ansieht, von anderen Faktoren (Veränderungen der "Stillen Reserve", Zu- und Abwanderung, Altersbeschäftigung etc.) absieht, und Vollbeschäftigung (je nach Definition zwischen 2% und 5/6%) bei 4% bzw. bezogen auf 43-44 Mio Erwerbspersonen (tatsächlich Erwerbstätige zzgl. Arbeitslose) bei rund 1,75 Mio. vorübergehend "Sucharbeitslosen" erreicht sei, so ist der "Job-Boom ohne Ende" in 5-6 Jahren an seine Grenzen gestoßen.
    Über die Zahlen kann man gewiß diskutieren, nicht aber über das Ergebnis an sich. Die BfA selbst erwartet den Zustand für Vollbeschäftigung für 2020 als möglich an (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,718768,00.html), das Forschungsinstitut HWWA für 2015 (http://wirtschaft.t-online.de/arbeitsmarkt-vollbeschaeftigung-fuer-2015-vorhergesagt/id_46187698/index). Die BfA Ingolstadt sieht Vollbeschäftigung als schon ereicht an (http://www.arbeitsagentur.de/nn_168994/Dienststellen/RD-BY/Ingolstadt/AA/Presse/Presseinformationen/2011/5-2011.html).
    Damit ist die Überschrift auch sachlich falsch.

  • Das Positve:
    Es gibt noch Geldmengen, die sich zuerst durch den Wirtschaftskreislauf bewegen müssen um dann in den Taschen der Reichen und Superreichen zu landen. Das schafft Arbeitsplätze, wenn auch nur für kurze Zeit.
    Das Negative:
    Die Zeiten des Aufschwungs/Wachstums auf Pump sind vorbei. Geld wird beständig dem Wirtschaftskreislauf entzogen und landet in Steueroasen rund um den Globus und erzeugt eine Blase nach der Anderen. Schuldenfinanziert muss Geld vom Staat in die Wirtschaft gepumpt werden um Wachstum zu erzeugen. Griechenland ist Täter und Opfer zugleich. Hier sollte schuldenfinanziert die Angleichung der Lebensverhältnisse an nordeuropäisches Niveau erfolgen. Profitiert haben insbesondere Banken und Großunternehmen. Jetzt wird den Steuerzahlern die Rechnung präsentiert. Ungedeckte Schecks auf die Zukunft. ABS, CDS, Wetten die nicht aufgehen können und nur dazu dienen Staaten und Volkswirtschaften in Bedrängnis zu bringen und erpressbar zu machen. Die kleinen Leute werden systematisch um Ihre Ersparnisse und Rentenanspruche gebracht. Wo soll das enden?

  • Klar wenn eine Stelle, für die bisher 80.000 € bezahlt wurde bei einer Neubesetzung plötzlich mit 50.000 € vergütet wird und wenn eine richtige Stelle mit zwei Minijobbern gefüllt wird, dann haben wir in der Tat einen Jobboom.
    Von Fachkräftemangel kann auch keine Rede sein, klar vielleicht finde ich im Kreis Freising keinen Ingenieur mit 20 Jahren Berufserfahrung, der für 50.000 € 60 Stunden arbeitet, doch gibt es im Westen Deutschlands, wie auch im Osten nachwievor ein riesiges Reservoir an sehr gut ausgebildeten, aber unterbeschäftigten Spezialisten. Vielleicht sollten einige Firmen sich in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern niederlassen und nicht nur in Bayern oder Baden-Württemberg. Was von Arbeitnehmern verlangt wird, kann nämlich auch von Unternehmen erwartet werden.

  • .....nach Schätzung von Experten und garniert mit geschönten/gefälschten BA Zahlen.....
    Ja wie dumm und gehirngewaschen muss man sein ????
    Dieser "Aufschwung" kann über Nacht zusammenbrechen.
    Dafür haben unsere VolksverTRETER gesorgt !
    Dank EU und Globalisierung ist das Gift schon lange in all unseren Adern unterwegs......

  • Die Schlagzeile müßte richtigerweise lauten:
    „Super-Aufschwung beschert Deutschland Leiharbeits-Boom ohne Ende.“

    Läuft es bald wieder schlechter, dann werden diejenigen auch sofort wieder freigesetzt, schöne prekäre Arbeitswelt.
    Und so spitzen-steuertransferbeziehe Sesselfurzer wie Otto Fricke von der FDP, labert dann bei Anne Will in die TV-Kamera und redet die Reformen (übersetzt bedeutet das ABBAU) zur Agenda 2010, Hartz IV, Leiharbeit, Aufstocker- und Minijobs schön. Wievielen Millionen Menschen haben diese Reformen ihren Lebenslauf und ihr berufliches Fortkommen ruiniert. Wieviele Menschen wurden dadurch staatlich enteignet und ihr über Jahre verdientes Geld von unten nach oben umverteilt. Für mich seid ihr Maulhelden der letzte Dreck, ich wünsche euch zum Teufel.



  • 1. Es ist allgemein bekannt, das die offiziellen Arbeitslosenzahlen manipuliert sind und nicht der Wahrheit entsprechen
    2. Der angebliche "Job-Boom" bezieht sich auf Leiharbeitsunternehmen mit Armuts- und Niedriglöhnen (prekäre Beschäftigung) mit Beschäftigungszeiten von max. 3 Monaten für über 50 % der Leiharbeiter
    3. Unternehmen suchen heute eierlegende Wollmichsäue und wollen dafür aber nur wenig zahlen, weshalb einige Fachkräfte ins Ausland gehen (D. ist Auswanderungsland!)
    4. Der angebliche Aufschwung kommt nur bei den oberen 10 % der Bevölkerung an.

  • Was kommt nach dem Job-Boom??? vermutlich der große Katzenjammer.
    Für mich ist dies eine künstliche Luftblasse, die bald platzt. Mann muss mit Vorsicht, solchen Worthülsen begegnen.
    Danke


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