Arbeitsmarktöffnung
Bundesagentur erwartet 140.000 Zuwanderer jährlich

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet zum 1. Mai mit einem Zustrom von 140.000 Zuwanderern aus Osteuropa pro Jahr. Arbeitgeber hoffen auf gut ausgebildete Arbeitskräfte, Gewerkschaften fordern einen Mindestlohn.
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BerlinAb Mai können Bürger aus acht osteuropäischen Staaten ebenso selbstverständlich einen Job in Deutschland annehmen wie Franzosen oder Spanier. Dabei handelt es sich um Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien. Bisher brauchten sie eine Arbeitserlaubnis der Bundesagentur für Arbeit (BA), um in Deutschland einem Job nachzugehen. Spätestens zum 1. Januar 2014 werden die Beschränkungen auch für Bulgarien und Rumänien wegfallen, die der EU erst 2007 beigetreten sind.

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit der Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts zum 1. Mai mit einem Zustrom von 140.000 Zuwanderern aus Osteuropa pro Jahr. „In Grenzregionen zu Polen, Tschechien und Slowenien werden deutsche Arbeitnehmer sich auf schärferen Wettbewerb einstellen müssen“, sagte Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, der „Rheinischen Post“. Vor allem in der Zeitarbeit werde der Druck auf die Löhne steigen. „Zeitarbeitsfirmen aus dem Baltikum stehen bereits in den Startlöchern.“

Arbeitgeber sehen Zuwanderung positiv

Gleichwohl sieht der BA-Chef die Zuwanderungswelle positiv: Es kämen weniger Zuwanderer, als Deutschland angesichts des deutschen Fachkräftemangels benötige. „Deutschland ist weniger attraktiv, als viele glauben. Junge, gut ausbildete Osteuropäer gehen oft lieber nach England, wo sie auch geringere Sprachprobleme haben“, so Weise.

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt verwies darauf, dass sich die Arbeitnehmerfreizügigkeit insbesondere angesichts des drohenden Fachkräftemangels positiv auswirken könnte. Vor allem in gewerblich-technischen Berufen würden händeringend Fachkräfte gesucht. Gleiches gelte für Ingenieure und Pflegefachkräfte. Der Arbeitgeberpräsident warb daher für Offenheit gegenüber ausländischen Arbeitskräften. „Die bei uns dringend benötigten Fachkräfte müssen das Signal bekommen, dass sie hier tatsächlich erwünscht sind“, sagte er.

Auf gut ausgebildete Arbeitskräfte hofft auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes biete Unternehmen „gerade vor dem Hintergrund zunehmender Fachkräfteengpässe“ die Gelegenheit, gut qualifiziertes Personal zu finden, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Verdi befürchtet Abwärtsspirale bei den Löhnen

Skeptiker rechnen hingegen mit negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. „Ich befürchte, dass viele Zuwanderer bereit sein werden, zu niedrigeren Löhnen zu arbeiten, als sie in Deutschland üblich sind“, so Verdi-Chef Frank Bsirske.

Dadurch drohe „ein neuer Wettbewerb, eine Abwärtsspirale, in der Unternehmen, die billigere Arbeitskräfte aus Ost- und Mitteleuropa einsetzen, diejenigen Firmen verdrängen, die bessere Löhne zahlen und sozialere Arbeitsbedingungen gewähren“.

Auch Linken-Fraktionschef Gregor Gysi warnte vor Niedriglöhnen: „Ich befürchte als Folge, dass hier wieder Polen und andere Osteuropäer zu Billigstlöhnen arbeiten“, sagte er. Er habe nichts dagegen, dass polnische Arbeitnehmer hier beschäftigt würden. Dies müsse aber wenigstens zu einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn passieren.

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  • Den Deutschurs und anschleißend Hartz IV müssen wir bezahlen

  • Sie möchten also auch weiterhin gerne ein großes Heer von deutschen Arbeitslosen, Jugendlichen, die hier nicht mehr ausgebildet werden?
    Dafür plädieren Sie für osteurop. Zuwanderung.
    Und so wie Sie es beschreiben mit der Zuwanderung war es nicht. Normalität war das nicht, wie Sie es dartellen.
    Wir hatten mal im 19. Jahr. nämlich exakt um die Jahrhundertwende eine große Zuwanderung von Polen, vorrangig ins Ruhrgebiet und das war es.
    Ach und wenn nach einem halben Jahr die Firma feststellt, die angeblich so tolle Fachkraft aus Polen oder Rumänien genügt den Anforderungen doch nicht, bekommt die dann Hartz IV und lebt davon immer noch besser als in Polen.
    Na toll. wir schaffen es wirklich Deutschland zu verarmen.
    Ich sage Ihnen eines, hier wird es Bürgerkrieg geben, denn jede Geduld geht auch mal zu Ende.

  • Siggi 40 das chöne am bildungssystem der DDR du konntest eine weile blenden aber nicht so wie Gutti du konntest was werden in der propagandaabteilung oder in einer untergeordneten Tätigkeit je nach deiner Geistigkeit,Nur konntest du nicht lange tarnen,tricksen, täuschen, der Pauker hat dich sehr schnell die ecke zugewiesen in die du gehörst. Direktheit hat schon was. Halt solide Ausbildung. in einen abhängigen Staat von Moskau. Nur als blender biste dann als Scmiermaxe durch das Unternehmen gelaufen jetzt schuaste Abeitslosenfernsehen ein warer Fortschritt. Und die Nieten in Nadelstreifen produzieren eine 0 Nr nach der andern Ob Dr oder Physikerin in der Politik kann du als 0 Nr einiges an Versorgung herrausholen ohne Nachweis von Können eigenartig gruss aus der Anstalt.

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