Arbeitsmarktprognose
BA-Chef distanziert sich von Brüderle

Die Arbeitmarktprognosen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle stoßen beim Chef der Bundesagentur für Arbeit auf wenig Gegenliebe. Brüderle verunsichere die Menschen, wenn er Vollbeschäftigung in den nächsten Jahren ankündige, so Frank-Jürgen Weise.
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HB BERLIN. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat sich mit seinen hochgesteckten Arbeitsmarktprognosen den Ärger der Bundesagentur für Arbeit zugezogen. Mit der Vorhersage, Deutschland könne in den nächsten Jahren die Vollbeschäftigung erreichen, verunsichere Brüderle die Menschen und nehme der Politik die Glaubwürdigkeit, sagte der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, der „Nürnberger Zeitung“.

Brüderle hatte zuvor erneut angedeutet, die Wachstumsprognosen der Bundesregierung könnten zu niedrig sein. Bisher rechnet sie mit 3,4 Prozent Wachstum im laufenden und 1,8 Prozent im kommenden Jahr. „Es würde mich nicht überraschen, wenn die Zahlen noch besser werden“, sagte Brüderle der Berliner „BZ am Sonntag“.

Das Land befinde sich in einem „nachhaltigen Aufschwung, der sich über Jahre hinweg fortsetzen“ könne. „Deutschland kann in den nächsten Jahren die Vollbeschäftigung erreichen.“

Weise kritisierte, solche Prognosen dürften nicht leichtfertig abgegeben werden: „Da wollen sich die Menschen darauf verlassen können.“ Er würde es begrüßen, „wenn mindestens auf politischer Ebene kein Wettbewerb“ um solche Einschätzungen entstehe. Eigentlich sei Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für das Thema zuständig.

Brüderle wiederholte sein Versprechen, „die Leistungsträger“ steuerlich noch vor der nächsten Bundestagswahl zu entlasten. Er verwies aber auch auf die Schuldenbremse, nach der „der Staat die Neuverschuldung bis 2016 quasi gegen Null fahren“ müsse.

„Das müssen und wollen wir einhalten“, sagte er. Mit der Wirtschaft wachse aber „der finanzielle Spielraum, um die mittleren Einkommen zu entlasten“.

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  • Wahrscheinlich ist es tatsächlich der gute Pfälzer Wein,der Herrn brüderle so optimistisch und frohgestimmt sein läßt. Der Wein ist ja ein großer Sorgenbrecher und steht deshalb auch bei vielen Politikern in hohem Ansehen.
    Prost Herr brüderle

  • So einer wird dann auch noch als "Erfolgs-Minister" hochgejubelt. Nach dem Motto: Wer die dämlichste, großmäuligste Propaganda herumposaunt, ist der Größte. Außerdem liegt er schon objektiv vollkommen daneben. 1,8 Prozent sollen wir nächstes Jahr erreichen. Das bezeichnet er als XXL oder wie. Dabei ist 1,8% praktisch Stagnation, wenn man die inflation herausrechnet. Gleichfalls rollt zum Jahreswechsel eine kostensteigerungswelle auf die Verbraucher zu. Wenn diese und die weltweit eingeläuteten sparmaßnahmen wirken, dann bin ich mal gespannt, welche Zahlen er dann verkünden wird.

  • So wie Zwerge je nach Sonnenstand lange Schatten werfen, so sind ihre Prognosen die mit Prozentzahlen zutun haben bei ihnen bzw. ihrer Partei mit Vorsicht zu genießen! Es wäre besser wenn Sie sich aus der öffentlichen Diskussion raushalten und sich lieber ihrer Liebingsbeschäftigung widmen, nämlich den Wein trinken, dann kommen Sie auf jedenfall mal über die 5 Prozentmarke!

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