Arbeitsmarktstatistik
DIW fordert Union zum Umdenken auf

Nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung geht der Plan der Union, im Falle eines Regierungswechsels die Zahl der Arbeitslosen um mehr als eine halbe Million nach oben zu korrigieren, in die falsche Richtung.

HB BERLIN. DIW-Präsident Klaus Zimmermann sagte, die deutsche Arbeitsmarktstatistik weise nicht etwa zu wenige, sondern eindeutig zu viele Arbeitslose aus. Deutschland solle sich der Definition von OECD und der Internationalen Arbeitsorganisation ILO anschließen, wonach keiner als arbeitslos gilt, der regelmäßig mindestens eine Stunde in der Woche arbeitet.

Zimmermann nannte es "nicht besonders ehrlich", dass Unions-Fraktionsvize Ronald Pofalla die Einbeziehung der rund 520 000 Menschen in die Arbeitslosenstatistik angekündigt habe. Die Betroffenen haben Ein-Euro-Jobs, Ich-AGs gegründet oder absolvieren Trainingsmaßnahmen. Der DIW-Präsident argumentierte, alle diese Personen stünden dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, da sie entweder arbeiteten oder sich weiterbildeten. Wer sie zu den Arbeitslosen rechnen wolle, öffne ein Fass ohne Boden. Dann müssten auch Frührentner, Menschen in Altersteilzeit oder Mitarbeiter in subventionierten Branchen wie Schiffbau oder Stahl einbezogen werden. Das gehe aber in genau die falsche Richtung.

Den Fehler, den die Union mache wolle, habe die rot-grüne Bundesregierung bereits gemacht, so Zimmermann. Er halte es sogar für den "größten Kommunikations- und Medienfehler" der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, dass sie praktisch alle Sozialhilfeempfänger im arbeitsfähigen Alter nach der Arbeitsmarktreform Hartz IV" als Arbeitslose zähle und damit die Arbeitslosigkeit statistisch über fünf Millionen gehievt habe.

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