Arbeitswelt

Digitalisierung kein Job-Killer

Arbeitsmarktforscher sehen wegen der Digitalisierung der Arbeitswelt keinen massiven Stellenabbau. Befürchtungen seien unbegründet, heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Ohne menschliche Mitarbeiter geht es nicht: Nur 0,4 Prozent der über 30 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigten arbeiten laut einer Studie in Berufen, deren Aufgaben vollständig durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ausgeführt werden können. Quelle: dpa
Digitalisierung

Ohne menschliche Mitarbeiter geht es nicht: Nur 0,4 Prozent der über 30 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigten arbeiten laut einer Studie in Berufen, deren Aufgaben vollständig durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ausgeführt werden können.

(Foto: dpa)

BerlinIn Deutschland droht durch die Digitalisierung der Arbeitswelt nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern kein massiver Arbeitsplatzabbau. Derartige Befürchtungen seien derzeit unbegründet, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

„Es ist sogar denkbar, dass die Digitalisierung statt zu einem Beschäftigungsabbau zu einem Beschäftigungsaufbau“ führt, schrieb das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Derzeit könnten nur wenige Berufe vollständig von Computern ersetzt werden.

Die Ergebnisse der Studie widersprechen Einschätzungen, dass in Deutschland in den nächsten zehn bis 20 Jahren etwa 59 Prozent der Beschäftigten von Computern verdrängt werden könnten. Damit wurden nach Darstellung der IAB-Autoren nur Berechnungen aus den USA auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen, obwohl sich dieser unterscheide. Das IAB untersuchte daher auf der Grundlage von Berufsbeschreibungen, in welchem Umfang diese derzeit von Computern übernommen werden könnten.

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In einer umfangreichen Studie haben die Beratungsunternehmen PwC und Strategy& die Chancen und Risiken der Vision Industrie 4.0 untersucht. Das ist die allgegenwärtige Vernetzung von Personen, Dingen und Maschinen. Diese Vernetzung soll eine Vielzahl neuer Dienste und Angebote hervorbringen. Einige zentrale Thesen aus der Studie.

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Das Thema Industrie 4.0 wird das Produkt- und Serviceangebot der Firmen revolutionieren und letztlich Kundenbedürfnisse besser erfüllen. Um die Potenziale auszuschöpfen, sind erhebliche Investitionen erforderlich. Daher nimmt das Thema zwingend einen Spitzenplatz auf der Agenda der Chefs deutscher Industrieunternehmen ein.

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Die befragten Industrieunternehmen werden in den nächsten fünf Jahren etwa die Hälfte ihrer geplanten Ausrüstungsinvestitionen in Industrie-4.0-Lösungen lenken. Bezogen auf die deutsche Industrielandschaft wären das mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr.

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Die Industrie muss mit immer weniger Rohstoffen und Energie immer größere Mengen Güter produzieren. Die Unternehmen versprechen sich durch eine Digitalisierung der Wertschöpfungsketten jährliche Effizienzsteigerungen von 3,3 Prozent, das macht 18 Prozent in den nächsten fünf Jahren. Die Kosten sollen um 2,6 Prozent pro Jahr sinken.

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Bislang haben rund 30 Prozent der Unternehmen ihre Produkte bereits weitgehend digitalisiert und ihr Angebot hin zu vernetzten und digitalisierten Dienstleistungen ausgebaut. Diese Unternehmen sind in den vergangenen drei Jahren überdurchschnittlich gewachsen. Das zusätzliche Umsatzpotenzial in den fünf industriellen Kernbranchen beziffert die Studie auf 30 Milliarden Euro.

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Industrie 4.0 wird bestehende Geschäftsmodelle nachhaltig verändern und neue digitale Geschäftsmodell hervorbringen. Die Unternehmen vernetzen sich mit Kunden und Partnern. Die besondere Qualität des digitalen Wandels liegt dabei in der rasanten Beschleunigung der Veränderungsgeschwindigkeit. Disruptive Innovationen - das sind Erfindungen, die ihre Vorgängertechniken vollständig verdrängen - führen dazu, dass sich ganze Industrien in kurzer Zeit nachhaltig verändern.

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In fünf Jahren wird die Fähigkeit zur effizienten Analyse und Nutzung von Daten entscheidend für die Geschäftsmodelle der Unternehmen sein. Dabei liegt der Fokus auf dem Datenaustausch in der eigenen Wertschöpfungskette, der digitalen Kennzeichnung der Produkte und der Nutzung von Echtzeitdaten zur Steuerung der Produktion.

Nur 0,4 Prozent der über 30 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigten arbeiten demnach in Berufen, deren Aufgaben vollständig durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ausgeführt werden können. Etwa 15 Prozent (4,4 Millionen Beschäftigte) seien in Berufen tätig, die zu 70 Prozent oder mehr von Computern erledigt werden könnten.

Ob diese Tätigkeiten tatsächlich durch Computer ersetzt würden, hänge von vielen Faktoren ab. Unter anderem müssten sich die Investitionen in digitale Technologien lohnen. Von rund 1200 Berufen seien 170 gar nicht durch Computer ersetzbar.

  • rtr
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