Arbeitswelt
Digitalisierung kein Job-Killer

Arbeitsmarktforscher sehen wegen der Digitalisierung der Arbeitswelt keinen massiven Stellenabbau. Befürchtungen seien unbegründet, heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

BerlinIn Deutschland droht durch die Digitalisierung der Arbeitswelt nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern kein massiver Arbeitsplatzabbau. Derartige Befürchtungen seien derzeit unbegründet, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

„Es ist sogar denkbar, dass die Digitalisierung statt zu einem Beschäftigungsabbau zu einem Beschäftigungsaufbau“ führt, schrieb das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Derzeit könnten nur wenige Berufe vollständig von Computern ersetzt werden.

Die Ergebnisse der Studie widersprechen Einschätzungen, dass in Deutschland in den nächsten zehn bis 20 Jahren etwa 59 Prozent der Beschäftigten von Computern verdrängt werden könnten. Damit wurden nach Darstellung der IAB-Autoren nur Berechnungen aus den USA auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen, obwohl sich dieser unterscheide. Das IAB untersuchte daher auf der Grundlage von Berufsbeschreibungen, in welchem Umfang diese derzeit von Computern übernommen werden könnten.

Nur 0,4 Prozent der über 30 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigten arbeiten demnach in Berufen, deren Aufgaben vollständig durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ausgeführt werden können. Etwa 15 Prozent (4,4 Millionen Beschäftigte) seien in Berufen tätig, die zu 70 Prozent oder mehr von Computern erledigt werden könnten.

Ob diese Tätigkeiten tatsächlich durch Computer ersetzt würden, hänge von vielen Faktoren ab. Unter anderem müssten sich die Investitionen in digitale Technologien lohnen. Von rund 1200 Berufen seien 170 gar nicht durch Computer ersetzbar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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