Arbeitswelt
„Ich bin mein eigener Chef“ ist out

Die gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat auch eine Schattenseite: Immer weniger Menschen gründen. Auch im High-Tech-Bereich, in dem Start-Ups als Wegbereiter für technologische Innovationen der Zukunft gelten.
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FrankfurtIn Deutschland wagen immer weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Vor allem durch die gute Lage am Arbeitsmarkt sinke die Neigung, ein Unternehmen zu gründen, sagte Georg Licht vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Frankfurt. Es spreche alles dafür, dass die Zahl der Neugründungen in diesem und im kommenden Jahr weiter sinken werde. 2012 gründeten nach früheren Angaben der Förderbank KfW nur 775.000 Menschen in Deutschland eine Firma im Voll- oder Nebenerwerb – so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000.

Wie aus dem am Dienstag vorgelegten KfW-ZEW-Gründungspanel hervorgeht, trifft diese Entwicklung auch die besonders innovative High-Tech-Branche: Seit 2000 sei die Zahl der Neugründungen um 40 Prozent gesunken, sagte Licht. Dabei gingen von jungen Hightech-Unternehmen besonders viele volkswirtschaftlich bedeutsame Impulse aus – und bei vielen der Firmen geht es bergauf. Etwa zwei Drittel der jungen Unternehmen erwarten nach der Analyse 2013 höhere Umsätze als im Vorjahr. Jedes vierte Unternehmen, nämlich 23 Prozent, geht davon aus, das Umsatzniveau von 2012 zu halten.

Gerade die Industrieunternehmen etwa aus den Bereichen Nanotechnologie, Pharma oder optische Technologie seien beschäftigungsstark, innovativ und investitionsfreudig: „Die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie geben mit durchschnittlich 97.000 Euro mehr als doppelt so viel für Forschung und Entwicklung aus als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 40.000 Euro“, betonte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Auch die Hightech-Dienstleister und Softwareunternehmen seien mit 59.000 Euro ausgabefreudiger.

Zudem schaffen die High-Tech-Firmen schon im ersten Jahr ihres Bestehens mehr Arbeitsplätze als junge Unternehmen insgesamt. So hatten die 2012 gegründeten Unternehmen der Hightech-Industrie zum Start umgerechnet 3,3 Vollzeit-Beschäftigte und damit deutlich mehr als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 2,5. „Junge Unternehmen der Hightech-Industrie leisten einen überproportionalen Beschäftigungsbeitrag“, sagte Licht.

Nach den Angaben erzielten die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie 2012 im Mittel Umsätze von 180.000 Euro – so viel wie keine andere Branche und deutlich mehr als die 104.000 Euro im Gesamtdurchschnitt. Dabei trügen Produktinnovationen bei ihnen mit 27 Prozent substanziell zum Umsatz bei – gegenüber 11 Prozent im Gesamtschnitt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich kann nur jedem von der Selbständigkeit abraten!

    Man kann meist gar nicht so viel verdienen, wie die ganzen Schmarotzer von IHK, GEZ, FA, Krankenkasse, Innung, Berufsgenossenschaft etc. ab dem ersten Tag der Selbständigkeit fordern.

    Am besten man wird verbeamteter Ethikrat oder Frauenbeauftragter. Da hat man einen lauen Job und sitzt am richtigen Ende der Futterkette

  • Von einer guten Lage am Arbeitsmarkt kann keine Rede sein.
    Was die Menschen von einem Schritt in die Selbständigkeit abschreckt, das ist die Bürokratie in Deutschland, sowie das komplizierte und für Gründer riskante Steuersystem.
    Die wenigsten scheitern an der Sache, die meisten an den Finazbehörden. Diese vermuten bei einer Selbständigkeit gleich Reichtum und Steuerbetrug.

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