Arbeitszeit-Debatte
IG Metall will Verdi bei Streiks unterstützen

IG Metall und Verdi solidarisieren sich. Die Gewerkschaft IG Metall will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bei ihrem Kampf gegen längere Arbeitszeiten im Öffentlichen Dienst unterstützen.

HB BERLIN. „Wenn Verdi sich in der Lage sieht, diese Auseinandersetzung - notfalls auch mit Streiks - aufzunehmen, werden wir das mit Solidaritätsaktionen unterstützen“, sagte der stellvertretende IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag. Verdi könne sicher sein, dass der Widerstand gegen die Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich im Interesse aller Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes liege. Für die IG Metall selber gelte, dass sie keine Arbeitszeitverlängerung hinnehmen werde. „Der Öffentliche Dienst war nie und wird auch künftig nicht Vorreiter für die Wirtschaft sein“, sagte Huber.

Dagegen erklärte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), es bleibe bei dem Beschluss, die Arbeitszeit zu verlängern. Die TdL hat den Arbeitszeit-Tarifvertrag für Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst im Westen gekündigt, um deren Wochenarbeitszeiten an die 40 bis 42 Stunden von Beamten anzugleichen. Mehrere Bundesländer wie Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben bereits eine Verlängerung der Arbeitszeiten angekündigt. Bayerns Regierungschef Edmund Stoiber (CSU) erhofft sich von einer Arbeitszeitverlängerung im öffentlichen Dienst auch eine Signalwirkung auf die Privatwirtschaft. Verdi behält sich vor, gegen diese Pläne zu streiken, allerdings soll damit frühestens Ende des Jahres begonnen werden, wenn die Verhandlungen zur Tarifrunde 2005 starten.

Möllring sagte der „Stuttgarter Zeitung“, auf die Frage, was die Länder im Falle von Streiks tun wollten: „Wenn es so kommt, müssen wir da durch.“ Verdi werde mit einem Streik keine neuen Verhandlungen über die Arbeitszeit erzwingen. Gefahren großer Auswirkungen der Streiks auf das öffentliche Leben sah Möllring nicht: „Durch die Privatisierung im öffentlichen Nahverkehr, bei der Müllabfuhr und so weiter kann unsere Gesellschaft nicht mehr so lahm gelegt werden wie 1974.“ Damals hatte der Verdi-Vorgänger ÖTV mit massiven Streiks für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt.

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