Architektur
Nachhaltigkeit ist das große Thema

Der Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Deutschland dieses Jahr andere wegweisende Bauten entstanden. Konzerne und Architekturbüros arbeiten dabei Hand in Hand.
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>>Thyssen-Krupp-Zentrale, Essen

Raffinesse statt Protz ist die Formel der neuen Firmenzentrale von Thyssen-Krupp im Essener Süden. Jürgen Steffens und sein Kölner Büro JSWD bauten einen 20 Hektar großen Campus auf historischem Boden: Hier stand Anfang des 19. Jahrhunderts die erste Gussstahl-Anlage von Alfried Krupp. Blickfang ist der Bau „Q1“, in dem der Vorstand sitzt. Zwei Panoramafenster, die von einer dünnen Seilkonstruktion gehalten werden, erwecken den Eindruck, als wäre das Gebäude gar nicht verglast. Weltweit einmalig ist der Sonnenschutz aus gekanteten Lochblechen aus Edelstahl, die sich nach der Sonne ausrichten. Er wurde eigens entwickelt und soll – neben der ökologischen Effizienz – „die Produktwelt und die Innovationskraft“ des Konzerns zeigen. Ein Paradebeispiel für gebaute Corporate Identity.

>>Deutsche Bank, Frankfurt

Von außen sehen „Soll und Haben“, die Türme der Deutschen Bank an der Frankfurter Taunusanlage, genauso aus wie vorher. Doch innen ist alles neu: Die Türme sind jetzt ökologisch mustergültige, zertifizierte „Greentowers“. Der Energieverbrauch und der CO2-Ausstoß des Gebäudes werden um mehr als die Hälfte reduziert. Im neuen, für alle offenen Eingangsbereich fällt eine große, kugelförmige Skulptur auf, die in der Mitte der Halle hängt. Der Architekt Mario Bellini hat diese „Sphäre“ entworfen und sich dabei vom Logo der Deutschen Bank leiten lassen. „Es kombiniert ein Quadrat mit einer dynamisch nach oben strebenden Schräge“, erklärt der Mailänder. Nach der 200-Millionen-Euro-Sanierung gibt es in der Bankzentrale auch ein Art-Café, in dem Werke aus der eigenen Kunstsammlung gezeigt werden – ganz nach der ganzheitlichen Philosophie der Bank, die sich als unverwechselbare Marke zeigen will.

>>Spiegel-Verlag, Hamburg

Eine 40 mal 60 Meter große Multimediawand ist das Wahrzeichen des neuen „Spiegel“-Verlagsgebäudes in der Hamburger Hafencity. „Ein Fenster zur Stadt“ nennt Klaus Troldborg die Glaswand, die zur Stadt zeigt. Er ist der für den rund 180 Millionen Euro teuren Neubau verantwortliche Architekt des dänischen Büros Henning Larsen Architects. Das Gebäude kombiniert Tradition und Transparenz: „Kommunikation ist das wichtigste Kriterium“, sagt Troldborg. Deshalb soll es zwischen den beiden neuen Gebäuden – dem 14-stöckigen „Spiegel“-Haus und dem Bürokomplex „Ericus-Contor“ – eine Freifläche zur Stadt hin geben.

>>Unilever-Zentrale, Hamburg

Wie ein funkelndes Kreuzfahrtschiff sieht die Unilever-Zentrale in der Hamburger Hafencity von weitem aus. Das Büro Behnisch hat den Anspruch der Bauherren umgesetzt, flexible Arbeitsarrangements zu schaffen. 1 200 Mitarbeiter sind in der neuen Unilever-Zentrale, die für die ökologische Konzeption und die ungewöhnliche Arbeitsatmosphäre 2009 beim World Architecture Festival den Preis für das beste Bürogebäude erhielt.

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