ARD und ZDF in der Kritik: Grüne wollen neue GEZ-Gebühr nachbessern

ARD und ZDF in der KritikGrüne wollen neue GEZ-Gebühr nachbessern

Seit 1. Januar gilt eine neue Bezahlung für ARD und ZDF. Statt für Geräte werden Bürger nun für ihre Wohnung veranlagt. Die Grünen kritisieren die Nachteile, die dadurch entstehen und fordern Nachbesserungen.
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BerlinDer seit 1. Januar geltende neue Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro im Monat stößt auf Kritik. Grundsätzlich sei es zwar „positiv, dass die GEZ damit entbürokratisiert wird und diese Schnüffelkultur ein Ende hat“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, Handelsblatt Online. „Wir kritisieren allerdings, dass die Datenschutzmängel der GEZ bei dem Modellwechsel nur minimal verbessert werden und die Pflicht zur Depublikation der Online-Angebote von ARD und ZDF bestehen bleibt.“ Künftig zahle jeder Haushalt für das Programm und nicht mehr für das Gerät, betonte Beck und mahnte zugleich eine Nachbesserung an: „Dann dürfen Programmbeiträge von ARD und ZDF nach sieben Tagen nicht mehr aus dem Netz verschwinden.“

Mit dem neuen Rundfunkbeitrag wird flächendeckend und lückenlos kassiert. Eine Wohnung, ein Beitrag, lautet die Faustregel. Nachfragen, wer welche Geräte bereithält, sollen entfallen, heißt es aus der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Köln, die dann als Beitragsservice firmiert.

Mit der Umstellung reagiert die Medienpolitik auf die Internet-Revolution. Ob „Tagesschau“ oder „Wetten, dass..?“ - längst lassen sich die Angebote nicht nur auf dem Fernseher oder Radio empfangen, sondern auch auf PC, Smartphone oder Tablet. Wenn das Handy ein UKW-Radio hat und „Anne Will“ in der Mediathek steht, mutet eine Abgabe auf die klassischen Apparate in der Tat ziemlich alt an.

Das lässt sich bei der Reform schon jetzt sagen: Herumschnüffelnde GEZ-Kontrolleure an der Haustür wird es nicht mehr geben. Wenn jede Wohnung und jedes Büro, jede Werkstatt und jedes Hotel zahlen muss, ist es egal, wer wo welche und wie viele Geräte besitzt. Für Schwarzseher wird es allerdings eng. Die Einwohnermeldeämter teilen dem Beitragsservice Ein- oder Auszüge mit.

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  • mein Vorschlag:

    1 Deutschland TV und 1 Deutschland Radiosender reichen und koennten vom allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden. Der Rest des laecherlich aufgeblaehten oeffentlich-rechtlichen Funk und Fernsehen sollte verkauft werden. Voraussetzung: niemand darf mehr als 1 TV oder Radio Sender besitzen. Die GEZ + Nachfolgeorganisationen sollten einfach abgeschafft und das Personal an die frische Luft gesetzt werden. So geschieht’s uns wenn die Firma pleite geht – warum nicht diese Leute (Ihnen wird im Internet eine Gestapo Mentalitaet nachgesagt. Sie waeren also kein Verlust)? Das gesparte Geld (ca. 10 Milliarden p.a., plus Verkaufserloes)koennte Mann benutzen um eine Mindestrente von z. B. €1.100 p.m. einzufuehren.
    Genial – oder?

  • Welche WG oder Familie mit mehreren Fernsehern war denn frühher so blöd und hat mehrfach GEZ gezahlt?

    Ja stimmt für diese ändert sich nichts, für die GEZ auch nicht. Jedenfalls hat die GEZ dadurch keine Mindereinahmen wie ständig behauptet wird.

    Die Einnahmen werden in jedem Fall steigen, falls nicht eine große Anzahl der Bürger/Bürgerinnen jetzt auf die Idee kommt die Zahlung zu verweigern.

    Die ÖRR haben die Chance verpasst, etwas positives der Reform abzugewinnen, indem sie die Beiträge senkt.

    Die Beitragszahler werden von nun an die ÖRR sehr viel kritischer sehen. Das ist das einzige Gute der Reform.

  • Die GEZ hat gerade massiv Personal aufgebaut.
    Die neue Regelung birgt jede Menge Gelegenheit zum Schnüffeln.
    Das wird nicht weniger sondern mehr werden.

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