ARD und ZDF sollen Ausgaben offen legen

Tatort Fernsehen

Die TV-Kommissare liefern zuverlässig Ergebnisse. Aber was die Gebührenzahler eine Minute Tatort kostet, verraten die Öffentlich-Rechtlichen nicht. Daher fordert der Steuerzahlerbund Transparenz ein - in zehn Punkten.
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Demonstration gegen den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (vormals GEZ). Quelle: dpa

Demonstration gegen den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (vormals GEZ).

(Foto: dpa)

Berlin7,5 Milliarden Euro nahmen ARD, ZDF und Deutschlandradio zuletzt an Gebührengeldern ein. Das ist viel Geld, doch schon jetzt ist klar, dass die Sender damit nicht auskommen werden. Erst im Mai teilte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) mit, dass den Öffentlich-Rechtlichen in der laufenden Beitragsperiode zwischen 2013 und 2016 rund 84 Millionen Euro pro Jahr fehlen. Nicht ausgeschlossen ist daher, dass die Beitragszahler, die seit Jahresanfang eine Gebühr von 17,98 Euro pro Wohnung bezahlen, schon bald stärker zur Kasse gebeten werden.

Eine Anhebung der Rundfunkgebühr dürfte für neuen Ärger sorgen, zumal ARD und ZDF gern die Hand aufhalten, wenn es um die Finanzierung ihrer Programme geht, sich aber verschwiegen zeigen, wenn die Offenlegung des eigenen Finanzgebaren gefragt ist. Dieses Verhalten hält nicht nur die private Konkurrenz für inakzeptabel.

Entnervte Bürger können ihrem Ärger seit Anfang des Jahres bei der „Aktion Gläserner Rundfunk“ Luft machen. Die Initiative wurde von der „Stiftung Medienopfer“ ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, die gesamte Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu überprüfen. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Vielleicht hat der Bund der Steuerzahler mehr Glück. „Wir haben einen detaillierten Zehn-Punkte-Plan für mehr Transparenz erarbeitet und dem ARD-Generalsekretariat übermittelt“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online.

Holznagel begründete die Aktion seines Verbands mit dem „Rechtfertigungsdruck“, dem sich die Öffentlich-Rechtlichen ausgesetzt sähen und der sich infolge des neuen Rundfunkbeitrags „ungemein erhöht“ habe. „Daher ist kaum verständlich, dass die Rundfunkanstalten in eigenen Finanzierungsfragen bislang so verschwiegen reagieren.“

ZDF will gut bezahlte Moderatoren schützen
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28 Kommentare zu "ARD und ZDF sollen Ausgaben offen legen: Tatort Fernsehen"

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  • Fredi
    "Es gab bei uns eben mal eine Zeit, in der man froh war, ein unabhängiges Medium (TV) zu haben. Und bis Merkel in die Intendanz des ZDF eingriff, waren die ÖR auch weitgehend unabhängig."
    ---
    Das gilt nicht nur für die ÖR, sondern auch für die Demokratie im Parlament. Wer in der Kindheit gelernt hat, dass alles gelenkt wird, fühlt sich heute unsicher, wenn andere ohne Lenkung selbst etwas in die Hand nehmen (siehe Artikel Mittelstand). Mit dieser ostdeutschen Prägung sitzen heute sehr viele im Bundestag...

  • vhe sagt es zutreffend. Auch die Mülltonne kann ich abmelden.

  • 3 kurze Sätze ausgereicht, da ist nichts Neues dabei. Kant ist in Zusammenhang mit ÖR schon sehr weit ausgeholt.

    Zitat HB Trolle:
    "Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft."

  • Welchen Vorteil bietet der öffentlich-rechtliche Rundfunk?
    Na ja, was höre ich denn: France Culture und France Musique - das müssen die Franzosen für mich bezahlen :-) Wie wärs denn mit nem Einheitssender aus Brüssel - 24/7 Barroso sorry Barolo immer schön besoffen in die Kamera über den friedenstiftenden € labern. Zwischendurch mal ein paar Gedichte von dem Lyriker und nicht zu vergessen, der deutsche SPD-Fettsack darf nicht fehlen. Fast hätte ich den Danny vergessen - einfach mal die Kamera auf den Hosenlatz (für den Kinderfunk) . ok genug gelästert.

  • Egal ob staatlich oder privat, fuer mich sind diese Unternehmen in der heutigen Form unhaltbar - Video on Demand wird sich durchsetzen, nationenuebergreifend, egal wo der Server steht und wem er gehoert.

    Die Zwangsbeglueckung bei den Oeffentlich Rechtlichen Medien geht voellig am Markt vorbei. Zu Ende gedacht muesste man dies auch bei den Printmedien einfuehren - Zwangsbeglueckung fuer jeden auch mit Zeitungen. Irgendwo voellig abwegig, aber dennoch von unserer Poltik erwuenscht, zumindest in ausgewaehlten Teilbereichen.

  • Fredi (Eddi, netshadow, pool, Hansatilf...)
    Sie haben vergessen zu erwähnen, dass sie von der Gebührenpflicht befreit sind. Für Sie wäre Bezahlfernsehen, selbst wenn es weniger kosten würde, fatal. Es ist daher gut nachvollziehbar, dass Sie dem bestehenden Modell den Vorzug geben.

    Für Gebührenzahler die selbst löhnen, würde eine Grundversorgung, so wie sie ursprünglich geplant war, die Kosten erheblich senken. Wer Fußball, Silbereisen und Queen Mam sehen will, kann das ja nach Gutdünken dazubuchen.

    Wie vieles andere ist auch dieses Thema eine Frage des momentanen Standpunktes und der Sichtweise.

  • Du meine Güte, was lasssen wir uns alles bieten und viele glotzen trotzdem treu und brav (und doof?) um 20h die Nachrichten, in denen dann über die offengelegte Höhe des Gehalts von Managern kritisch berichtet wird. Die Finanzen des öff. rechtl. Rundfunks und Fernsehens gehören vollständig offengelegt. Einschließlich der Gehälter aller wesentlichen Manager, Redakteure und Verantwortlichen -immerhin müssen wir den Wahnsinn ja bezahlen!

  • Der öffentlich rechtliche Rundfunk ist hochgradig asozial, weil er den Leuten mit wenig Geld ein Stück Lebensgrundlage wegnimmt.

    Es ist ein Geben und ein nehmen zwischen Politik und Rundfunk. Ansonsten kann ich es mir nicht erklären, dass ein Inkassounternehmen Daten mit Einwohnermeldeämtern abgleicht.

    Dieser aufgeblähte Apparat hat jegliches Maß und jeglichen Anstand verloren!

  • Gerade diese unsägliche Talkshow-Inflation, gedacht als
    Brot-und-Spiele Anlehnung an die Römerzeit, hat mit Infor-
    mation und Lerninhalten nichts mehr zu tun!
    Degeneriert zu Krawallsendungen, gezielt vorbereitet durch möglichst extreme Positionen der Diskutanden,
    werden die Phrasen und die Platitüden zum X-ten Mal wiederholt.
    Der Moderator spielt je nach "Lage" den Nero (Herr Plas-
    berg) oder die Mutter Theresa (Frau Will). Emotionen sind erwünscht, wenn die Quote steigt.
    Informationen, Lerneffekte, aufklärung sogar, Fehlanzeige!

    "Brot und Spiele" Roms werden ersetzt durch die Jagd nach der "ultimativen sozialen Lücke" mit vielen "Jägern" in
    der Diskussionsrunde, die ihre gutdotierten Posten gerade
    dieser Sozialindustrie verdanken. Für diesen größten "In-
    dustriesektor" in Deutschland wird permanent indirekt
    Werbung gemacht!


    Angefangen bei Herrn Jauch bis Frau Will müssen diese Herr-und Damschaften die Einkünfte offenlegen, die die Zwangsabgabe "GEZ" großzügig ermöglicht. Manche Moderato-
    ren kassieren zweimal, einmal als Moderator und zum anderen als Inhaber ihrer Produktionsfirma.
    (Wettbewerb?)

    Wer permanent mit den meisten Themen auf die Sozial-Tränendrüse drückt, anderen permanent an der Hosentasche herumfingert, stetig die Moralkeule "Soziale Gerechtig-
    keit" wie eine Monstranz vor sich herträgt, der täte gut
    daran, für seinesgleichen die notwendige Transparenz her-
    zustellen.

    Aufklärung heißt, sich seines eigenen Verstandes zu be-
    dienen (Kant), was gleichermaßen für die Moderatoren, die
    Zuschauer und die Fernseh-"Anstalten" gilt!

    Die Liste der "Offenleger" ist fast unendlich zu ver-
    längern, von hochbezahlten Sportlern über Filmschauspie-
    ler bis hin zu beamtenähnlichen Versorgungen der Fernseh-
    verwaltungen.



  • Ist doch ganz einfach:
    Wenn der ÖRR dem Bürger ZWANGSGEBÜHREN ABPRESST (etwas anderes als "abpressen" ist es nicht), hat er über jeden einzelnen Cent, den er ausgibt, *öffentlich* Rechenschaft abzulegen, also vor eben jenem Bürger, den er abzieht. Dazu gehören u.a. auch Moderatorengehälter und Sportrechte offengelegt und das rückhaltlos.
    Warum das nicht geschieht, ist nicht nachzuvollziehen. Was hier abläuft hat was von mafiosen Strukturen bis hinein in die Politik!

    So oder so, der ÖRR gehört bis auf ein Fernsehprogramm und einen Radiosender (Bildung und Information und keine grenzdebilen Talk-Shows und Volksmusi-Sendungen!) privatisiert resp. auf Pay-TV umgestellt. Dann wird sich zeigen, wie beliebt der Staatspropagandafunk wirklich ist.

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