ARD und ZDF
Wie geht es mit dem Rundfunkbeitrag weiter?

Er scheint in diesem Jahr so umstritten wie nie zu sein, aber für die öffentlich-rechtlichen Sender ist der Rundfunkbeitrag unverzichtbar. Wie schätzen ARD, ZDF und die Länder die künftige Entwicklung ein?
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MainzDie Zuschauer von ARD und ZDF bekommen im nächsten Jahr keine 3,60 Euro Rundfunkbeitrag erlassen. Die Länderchefs haben entschieden, das Geld lieber zu sparen, damit der Beitrag nicht in einigen Jahren umso kräftiger nach oben geht. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn der Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender steigt - und weil alles ja ohnehin teurer wird. Die Expertenkommission KEF, die Vorschläge für die Beitragshöhe macht, hatte ab kommendem Jahr 30 Cent weniger im Monat für akzeptabel gehalten. Aber die Länderchefs entschieden anders. Zugegebenermaßen hätten sich die Beitragszahler für eingesparte Geld nicht einmal eine Kinokarte pro Jahr leisten können.

Der öffentliche Gegenwind gegen den Rundfunkbeitrag ist größer geworden. So machte der Fall einer Brandenburgerin Schlagzeilen, die seit rund drei Jahren keinen Beitrag gezahlt hatte. Der juristische Streit darum drohte zu eskalieren, in Haft kam sie dann aber doch nicht. Die AfD fordert, dass der Beitrag abgeschafft wird und hält ihn für eine „Zwangsfinanzierung“. Dazu kommen Rechtsstreitigkeiten von Unternehmen mit großem Fuhrpark und vielen Standorten, die auch den Beitrag zahlen müssen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies im Dezember Klagen des Autovermieters Sixt und des Discounters Netto gegen WDR und BR ab und stellte klar, dass der Beitrag verfassungsgemäß ist.

Die ARD hat vorgeschlagen, den Beitrag an einen Index zu koppeln, um die allgemeine Preisentwicklung zu berücksichtigen. Gehen die Preise nach oben, würde sich die Abgabe ebenfalls erhöhen. ARD-Chefin Karola Wille betont, Weihnachten sei zwar die Zeit der Wünsche, aber das gelte nicht beim Rundfunkbeitrag: „Wir müssen bedarfsgerecht finanziert bleiben - und das hängt von unserem Auftrag ab“, sagt die MDR-Intendantin.

„Wir müssen aber auch in der Gesellschaft Beitragsakzeptanz nachhaltig sicherstellen.“ Dies sei das Spannungsfeld. „Auch deshalb wird sich die ARD weiter verändern, um Synergien zu erschließen und Sparpotenziale zu heben.“ Eine Fusion von Anstalten soll es nicht geben.

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Kommentare zu " ARD und ZDF: Wie geht es mit dem Rundfunkbeitrag weiter?"

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  • Auf die Beiträge können die Anstalten verzichten, wenn ich sehe was sie alles und in welch unvorstellbare Höhe zahlen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • "Wie geht es mit dem Rundfunkbeitrag weiter?"

    Für den Beitragszahler mit steigenden "Gebühren" (Steuer oder Kopfgeld darf man das ja nicht nennen) - denn die Fässer ohne Boden wollen weiter gefüllt werden.

    Von der Qualität hätte man meinen können, dass es nicht schlechter geht.
    Aber wir haben die letzte Zeit gesehen, dass man das Niveau immer noch reduzieren kann.

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