Arm-Reich-Schere
IW-Chef gegen neue Vermögenssteuer

IW-Chef Michael Hüther hat den Vorstoß für eine neue Vermögenssteuer abgeblockt. Der Hinweis auf die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sei kein hinreichendes Argument. Sein Patentrezept: mehr Arbeitsplätze.
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DüsseldorfDÜSSELDORF. Der Hinweis auf die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist nach Ansicht des Direktors des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Michael Hüther, kein hinreichendes Argument für die Wiedereinführung der Vermögensteuer. „Der entscheidende Hebel zur Entspannung der Verteilungssituation liegt in einer steigenden Erwerbstätigkeit“, sagte Hüther Handelsblatt Online. Genau das laufe aber mit hoher Dynamik. „Insofern gibt es keinen Grund für steuerpolitische Experimente. Zumal das oberste Zehntel der Einkommensteuerzahler nach wie vor mehr als die Hälfte der gesamten Einkommensteuerlast und das obere Viertel der Einkommenspyramide immerhin noch knapp drei Viertel dieser Steuerlast schultert.“

Hüther wandte sich damit gegen einen Vorstoß der SPD und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Joachim Poß, hatte die Wiedereinführung der Vermögenssteuer gefordert.

Der DIW Präsident Gert Wagner hatte sich für eine neue Vermögenssteuer, die Anhebung der Einkommenssteuern im oberen Bereich sowie eine Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer ausgesprochen. Er hatte dies damit begründet, dass in den letzten zehn Jahren die verfügbaren Einkommen des ärmsten Zehntels der Bevölkerung real um gut 10 Prozent zurückgegangen sei, während das reichste Zehntelreale Einkommenszuwächse von fast 20 Prozent erzielen konnte.

Hüther sprach von einem strittigen DIW-Befund. In langer Frist - von 1984 bis 2008 – habe sich die Relation des Jahreseinkommens der Gutsituierten zu dem der Einkommensschwachen von 3 auf 3,5 erhöht. „Dies ist angesichts der in dem Zeitraum intensivierten Globalisierung und des technischen Fortschritts, die beide tendenziell die Einkommensverteilung dehnen, nicht viel“, gab der IW-Chef zu bedenken. Die Mittelschicht bewege sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten zudem recht stabil zwischen 60 und 67 Prozent. Das sei im internationalen Vergleich „erstaunlich“, so Hüther. Die Armutsgefährdungsquote liegt überdies nach Intervention des Staates durch Steuern und Transfers robust bei 13 Prozent und damit auf skandinavischem Niveau. Und, wie nun bekannt wurde, seien nicht 16,3 Prozent, sondern nur 8,3 Prozent der Kinder in prekären Verhältnissen aufgewachsen.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • Ein Bügelbrett ist klug, Andreas ist peinlich, Hüther darf ch ungestraft mit blödsinn äussern. Michel ich hab doch alles gemacht was ihr verlangt habt warum gehts mir so gut ds immer zuviel Monat ürig ist, die Lösung habe ich parat geh zur Bank da holste doch immer dein Geld. Zeitzeuge der Welterklärer erklärs der Wand die ändert dann die Spur.

  • Diese Diskussion bleibt mit und ohne Vermögenssteuer eine Diskussion, die an der grundsätzlichen Frage vorbei geht:
    Wie kann es gelingen, den deutschen Staat vollständig zu entschulden, um den Schuldendienst vom Steuerzahler zu nehmen!

  • Herr Hüther vergißt nur völlig, dass mehr und mehr Stellen lediglich zu Dumpinglöhnen zu haben snd, egal wie qualifiziert man ist und dass nun die Polen auch noch die letzten Arbeitsplätze besetzen werden.
    Übrigens, hat eigentlich von diesen selbst ernannten Experten mal jemand überlegt, dass mit dem Kommen der Polen, Rumänen usw. unsrem Staat, unserem Binnemarkt wieder mengenweisle Geld entzogen wird?
    Denn diese Leute geben ihr Geld welches sie hier verdienen nicht hier aus sondern in Polen.
    Deutschland schafft sich wirklich ab. Jeden Tag ein Stück mehr.
    Heute las ich in der Rhein. Post, dass diese durchgeknallte Integrationsbeauftragte Böhmer nun auch diesen Letuen die Integrationskurse anbietet und die müssen die machen.
    Also wir holen zu Lasen der Deutschen Polen, Rumänen uns sonstige hierhr zum Arbeiten und zahlen vom Steurgeld für diese Letue Deutschkurse.
    Unsere Politiker müßte man drei Mal täglich mit der Reitpeitsche durchprügeln
    Der dumme deutsche Steurzahler muß für Menschen die herher zum arbeiten kommen auch noch bezahlen.
    Die können doch einen Kurs bei der VHS belegen, die verdienen doch Geld.

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