Armuts- und Reichtumsbericht

Regierungsanalyse befeuert Debatte über Reichensteuer

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer: Die Opposition macht die Regierung dafür verantwortlich und fordert Konsequenzen. Die Union sieht aber keinen Grund, Reiche stärker zu belasten. Ein Ökonom widerspricht.
Update: 18.09.2012 - 12:36 Uhr 63 Kommentare

Privater Reichtum in Deutschland wächst

BerlinAngesichts der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland unterstützt der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, Forderungen nach einer stärkeren Belastung von Vermögenden. „Die Debatten über die Einführung einer  Vermögenssteuer und eines  allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns sind sowohl unter dem Aspekt  größerer Gerechtigkeit  als auch des Strebens nach  höherer wirtschaftlicher  Dynamik sinnvoll“, sagte Horn Handelsblatt Online.

Nach dem aktuellen Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung vereinten die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf sich. Die untere Hälfte der Haushalte verfügte demnach zuletzt über nur gut ein Prozent des Nettovermögens. Die Grünen-Haushälterin Priska Hinz wertet die Zahlen als Alarmsignal. „Der Bundestag sollte eine zeitlich befristete Vermögensabgabe beschließen, um die Krisenkosten zu kompensieren“, sagte Hinz Handelsblatt Online. „Gleichzeitig muss die Regierung unsinnige Projekte wie das Betreuungsgeld streichen und endlich konsequent in die Chancengleichheit investieren.“

Der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, gab der schwarz-gelben Koalition die Schuld für die Entwicklung und kündigte an, das Thema im Bundestagswahlkampf aufzugreifen. "Der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht zeigt glasklar auf, welches Gerechtigkeitsdefizit wir in Deutschland haben. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition aus Konservativen und Egoisten verweigert den Menschen alles, was diesen Zustand ändern könnte", sagte Stegner Handelsblatt Online.

Es sei die SPD, die für mehr Bildungschancen, gute Arbeit, von der man leben könne und eine solidarische soziale Sicherung bei Gesundheit, Pflege und im Alter eintrete und dafür einen höheren Solidarbeitrag der höchsten Einkommen und Vermögen einfordere. "Union und FDP dagegen orientieren sich trotz des Deckmäntelchens von Frau von der Leyen eher am Wohl der Finanzmärkte", unterstrich das SPD-Bundesvorstandsmitglied. "Das ist der Unterschied, um den es bei der Bundestagswahl 2013 wirklich geht."

Der Vize-Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion Michael Meister sieht keinen Handlungsbedarf. Er wertete es vielmehr als positiv, dass das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft, mehr Wohlstand für alle zu schaffen, eingehalten worden sei. „Dass es dabei auch stärkere Schultern gibt, ist für die Gemeinschaft gut“, sagte Meister Handelsblatt Online. „Denn wo mehr Reichtum ist, werden auch mehr Steuern und Abgaben entrichtet.“ Diese Umverteilung von oben nach unten funktioniere in Deutschland recht gut. Das obere Zehntel der Einkommensteuerpflichtigen habe mit mehr als 50 Prozent zum Einkommensteueraufkommen und mit mehr als 50 Prozent den überwiegenden Teil der Sozialversicherungsabgaben getragen. „Insofern tragen die starken Schultern bereits heute absolut und relativ die größten Lasten.“

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63 Kommentare zu "Armuts- und Reichtumsbericht: Regierungsanalyse befeuert Debatte über Reichensteuer"

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  • Die Sozen haben es nötig...unter ROT-GRÜN wurde der Sozialstaat erst richtig zerschlagen.

    EGAL welche Partei - sie alle haben 70 Jahre lang bewiesen, daß sie NICHTS können, außer Deutschland Schaden zuzufügen.

    Weg mit allen Parteien! JEDES System unter Parteien wird zur Tyrannei.

  • Diese scheinheilige ROTE BRUT, gibt den Franzosen die Zusage Geld für die Rente ab 60 Jahren zu geben, und hier in Deutschland wird von den selben Gabriels die Rente auf 67 erhöht. Das trägt nach Möchtegern-Meinung gewiß nicht zur Altersarmut bei( Gell Hr. Lehrerlein).

  • @yoski

    Das ist ein richtig guter Vorschlag muss umgehend Gazputin-Gerd und Adecco-Klementine zur Vorlage gebracht werden.

  • Nee, das sind die Schlauen, die das von den Politikern geschaffene System zu nutzen wissen.

  • Johann W. von Goethe konnte durch das Vermögen seines Vaters (Rechtsanwalt) ein finanziell unabhängiges Leben führen. Der Kaufmann Heirich Schliemann konnte seine zweijährigen Ausgabungsarbeiten in Troja selber bezahlen. Rechtsanwälte und Kaufleute unserer Tage benötigen meist das Zusatzeinkommen des Ehepartners und die Selbstständigkeit wird als Verlegenheitslösung begriffen. Nach Ansicht von Steuerberatern besteht eine eigenständige soziale Absicherung frühestens ab 3 Mio. Euro Vermögen. Der eigene Firmenbesitz und die selbtgenutze Immobilie können hierbei nicht mitgezählt werden.
    - Wieviel Personen dürften nach o. gen. Kriterien als reich gelten, wenn nur 1% der Bevölkerung incl. selbstgenutzter Immobilie die 1 Mio.Grenze erreichen?
    - welchen Sinn macht Sparen für das untere Drittel der Bevölkerung, wenn Bedürftigkeit einen wirtschaftlichen Vorteil bietet? (Vergleich: ein chinesischer Arbeiter mit 150€ pro Monat spart hiervon ein Viertel)
    - warum gibt es im "reichen" Deutschland praktisch niemanden der unabhängig von staatlichen, politisch beeinflussten Sozialversicherungen sich selber absichert?
    - ist ein auskömmlicher Lebensstandart (eigene geheizte Wohnung, Essen, Kleidung, med. Versorgung) ohne jegliche eigene Anstrengung Armut?

  • Diee Pauschalisierung die nun durch diesen Bericht Arm-Reich wieder angefeuert wird, gerade von solchen, wie Stegner, bringt doch nicht wirklich was.
    Es ist doch Dummgeschwätz ständig zu kreischen, man müsse den Reichen was wegnehmen.
    Wer füttert die Reichen denn? Die Politiekr selbr
    Erinenrn wir uns an die Rettung der HRE durch steinbrück. Die bekamen Stuergeld und dann gingen die Manager mit Millionen-Abfindungen nach Hause
    Dass einiges umgebaut werden muß, ist logisch, aber genau daran gehen die Parteien nicht. Denn das ist ihre Klientel an die sie gehen müßten
    Kindergeld für Reiche. Brauchen die tatsächlich vom Staat, also auch vom kleinen Steuerzahler, noch Geld für ihre Kinder?
    Es ist ja schon absurd, dass man einem Schumacher Kindergeld in die Schweiz überwiest, der Typ zahlt hier nicht mal Steuern
    Dieses Elterngeld war der größte Schwachsinn. Partizipieren tun auch wieder nur Besserverdiener. Die Verkäuferin mit wenig Einkommen, hat nichts davon.
    Aber die Frau Anwältin, die Frau Oberärztin usw.
    Das sind die Dinge, die hier schief laufen
    Die Ungerechtigkeiten im sozialen Bereich schaffen die Politiker doch laufend selber.
    Das kommt auch daher, dass wir nur noch lebensfremde Politiker haben. Nie in ihrem Leben gearbeitet, keinen Ahnung davon, wie es ist, sich mit einem Job der normal bezahlt wird, durchs Leben zu schlagen. Wie viel übrig bleibt, anch Abzug von Miete, Strom und sonstigen Kosten. Das weiß doch nicht ein Politiker
    Selbst shleppen sie ca. 14.000 € jeden Monat nach Hause, von uns bezahlt.
    Wir haben Politiker, ohne jedes Fachwissen, ohne Sachverstand. Völlig lebensfern und das wird immer merkbarer

  • Wer hat denn damit angefangen, Studienabgänger, auch mit besten Abschlüssen, nur noch als unbezahlte Praktikanten zu beschäftigen?
    Dies war auch unter Rot-Grün
    Der Erfolg war eine große Auswanderungswelle und heute schreit man nach Fachkräften
    Merken die eigentlich gar nicht mehr, dass sie uns nur noch veräppeln, wenn sich dieser Stegner, übrigens ein ganz Linker, nun hinstellt und alle Schuld auf die derzeitige Regierung schiebt?
    Das ist nur noch armselig

  • Rene
    völlige Zustimmung
    Bis sich der Sargdeckel schließt, leben die auf usnere Kosten, die schämen sich nicht mal

  • Lebemann
    Die CDU kann man auch nicht mehr unbeaufsichtigt losschicken.
    Ich würde die nicht bitten, ein Eis zu holen

  • dingledongele
    und dann verwechseln die meisten Politiker auch immmer noch, wenn sie von Gehältern reden, Brutto und Netto
    Und wie sehr sie an ihren eigenen Wohltaten, finanziert vom Steuerzahler, hängen, konnte man gestern Abend auf Phoenix sehen und hören.
    Als Bartsch von den Linken ansprach, es müßten auch endlich die Pensionen der Abgeordneten weg und sie müßten wie alle in die Rentenvers. einzahlen, da wurde dieses Jüngelchen Johannes Vogel von der FDP aber ganz böse.

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