Arzneimittelausgaben steigen weiter: Gesundheitsreform verfehlt ihr Ziel

Arzneimittelausgaben steigen weiter
Gesundheitsreform verfehlt ihr Ziel

Trotz Gesundheitsreform sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr dramatisch gestiegen. Apotheker und Betriebskrankenkassen stritten sich gestern noch um die genaue Größenordnung.

BERLIN. Während die Apotheker von einem Ausgabenanstieg um rund drei Mrd. Euro auf 23 Mrd. Euro ausgehen, stellte der Bundesverband der Betriebskrankenkassen einen Zuwachs um bis zu vier Mrd. Euro auf 24,6 Mrd. Euro fest.

BKK-Sprecher Florian Lanz warf den Apothekern vor, sie verharmlosten die Entwicklung, weil sie von einer Stabilisierung gesprochen hatten. „Das ist keine Stabilisierung, sondern ein Problem für die Stabilität der Finanzen der Krankenkassen,“ sagte Lanz.Auch das Gesundheitsministerium kritisierte die Ausgaben als „exorbitant“ zu hoch.

Tatsächlich hat sich der Ausgabenanstieg allerdings im Jahresverlauf etwas abgeflacht. Im November 2005 lagen die Kosten mit 2,1 Mrd. Euro um 13,7 Prozent über November 2004. Im Oktober hatte der Kostenanstieg mit 12,9 Prozent etwas darunter gelegen, im ersten Halbjahr mit einem Plus von 20 Prozent aber noch deutlich darüber.

Hauptursache der dramatischen Entwicklung ist der nach wie vor anhaltende Trend zu neuen, sehr teuren Medikamenten, deren Zusatznutzen umstritten ist. So hat der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen festgestellt, dass von den 17 Wirkstoffen, die 2003 erstmals auf den Markt gebracht wurden, nur sieben echte Innovationen waren.

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