Deutschland
Arzt: Max Strauß ist selbstmordgefährdet

Vor dem Prozess gegen Max Strauß hat der ihn behandelnde Mediziner gewarnt, sein Patient könne sich das Leben nehmen. Dessen ungeachtet werden neue Vorwürfe gegen Strauß laut.

HB BERLIN. Wenige Tage vor Beginn des Prozesses gegen Max Strauß wegen Steuerhinterziehung hat der behandelnde Arzt vor einem eventuellen Freitod seines Patienten gewarnt. Im Fall einer Verurteilung könne der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß möglicherweise versuchen, Selbstmord zu begehen, sagte der Direktor der Psychiatrischen Klinik der Universität München, Professor Hans-Jürgen Möller, dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Der Prozess gegen Strauß beginnt am Dienstag vor dem Augsburger Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber zwischen 1988 und 1992 insgesamt 2,66 Millionen Euro, teils aus Waffengeschäften, erhalten und nicht versteuert zu haben.

Der 44-Jährige sei einem Prozess aber nicht gewachsen, da er sich von einem Zusammenbruch vor vier Monaten noch nicht ausreichend erholt habe, sagte der ihn behandelnde Arzt. Zwar hätten sich die Depressionen gebessert, er leide aber immer noch unter Gedächtnisproblemen.

Erst in vier bis sechs Monaten sei Strauß vermutlich soweit, sich einem solchen Verfahren stellen zu können, diagnostizierte Möller. Strauß ist seit Oktober stationär in der Psychiatrie der Uniklinik untergebracht. Der Gerichtsarzt hält Strauß für verhandlungsfähig.

Unterdessen berichteten "Focus" und das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" übereinstimmend von neuen Vorwürfen gegen Strauß. Demnach soll Strauß in dubiose Millionengeschäften des Geschäftsmanns Dieter Holzer verstrickt gewesen sein.

Holzer wurde wegen seiner Verwicklung in die Elf-Leuna-Affäre im November 2003 in Paris zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Anwalt von Strauß, Wolfgang Dingfelder, wies die Vorwürfe gegen seinen Mandanten im "Spiegel" zurück: "Herr Strauß hat Herrn Holzer im Rahmen eines Mandatsverhältnisses anwaltlich beraten."

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