Aschiedsrede
Stoiber mahnt und stichelt

Das war's: Edmund Stoiber geht. Mit der Wahl seines Nachfolgers steht die CSU vor der größten Zäsur seit dem Tod von Franz Josef Strauß. In seiner Abschiedsrede bemühte sich Stoiber daher, die Partei auf Kurs zu halten. Dabei sparte er auch nicht mit Seitenhieben gegen unbequeme „Rebellinnen“. Doch auch Wirtschaftsvertreter und die Große Koalition bekamen ihr Fett weg.

HB MÜNCHEN. Mit scharfen Angriffen auf den Berliner Koalitionspartner SPD hat der scheidende Parteichef Edmund Stoiber auf dem CSU-Parteitag in München seinen Abschied eingeläutet. Einen Tag vor der Wahl seiner Nachfolger warf der bayerische Ministerpräsident den Sozialdemokraten vor, sie knickten vor der Linkspartei und deren Chef Oskar Lafontaine ein.

Zugleich rief Stoiber die CSU auf, Volkspartei zu bleiben. Er bekannte sich zu Ehe und Familie und warnte, die Partei sei „kein Happening“. Sie werde durch Werte zusammengehalten „und nicht durch Show“.

Hart ging er auch den deutschen Managern ins Gericht und forderte Maßhalten bei ihren Gehältern. Auch die Wirtschaft müsse die soziale Marktwirtschaft mit Leben erfüllen, sagte Stoiber. Diejenigen, die für die Menschen Vorbild seien, müssten auch bei Einkommen und Gehältern Anstand zeigen und Werte haben. „Wenn heute nach wissenschaftlichen Studien Manager in Deutschland im Schnitt das 140-fache ihrer Arbeitnehmer verdienen, dann geraten diese Werte in Gefahr.“

Der Parteitag steht im Zeichen des größten personellen Umbruchs der CSU seit Jahrzehnten. Wichtigster Punkt der Tagesordnung ist am Samstag die Wahl des neuen CSU-Vorsitzenden. Als Favorit gilt der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber, außerdem kandidieren Bundesagrarminister Horst Seehofer und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli.

Huber sagte, er erwarte vom CSU-Parteitag „einen klaren Auftrag“ als neuer Parteichef. Für das Amt des Generalsekretärs habe er mehrere Namen im Kopf. Seehofer räumte ein, dass Huber als Favorit in die Wahl gehe. Pauli wiederum kündigte zwei Änderungsanträge zum CSU-Grundsatzprogramm an, dessen Verabschiedung am Freitag in München im Mittelpunkt stand. Zum Einen schlug sie den Satz vor: „Unter Familie versteht die CSU alle Lebensgemeinschaften, in denen Kinder aufwachsen.“ Zum Anderen kündigte sie einen Antrag zum EU-Beitritt der Türkei an, für den die Tür offen gehalten werden solle.

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