Asylbewerber in Deutschland
Länder wollen mehr Plätze für Flüchtlinge schaffen

Wegen der steigenden Zahl an Asylbewerbern haben nicht nur Kommunen mit Unterbringungsproblemen zu kämpfen. Auch die Ländereinrichtungen für die Erstaufnahme platzen aus allen Nähten. Die Politik will nun mehr Plätze schaffen.
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BerlinNeben Baden-Württemberg schaffen auch andere Bundesländer deutlich mehr Aufnahmeplätze für Flüchtlinge. Das ergab eine Reuters-Umfrage unter den Bundesländern am Dienstag. Nordrhein-Westfalen wird nach Angaben des Innenministeriums die Zahl von 18.000 Plätzen in den sogenannten Erstaufnahmelagern in diesem Jahr um „mehrere tausend“ erhöhen. Bayern will die Gesamtkapazität von derzeit 12.000 Plätzen mittelfristig auf bis zu 15.000 aufstocken, teilte das bayerische Sozialministerium mit. Brandenburg will bis Jahresende 3000 statt der bisher 2400 Flüchtlinge in Ersteinrichtungen neu aufnehmen können. In Niedersachsen soll die Kapazität dafür laut Innenministerium von derzeit 4200 um weitere 1000 Plätze erweitert werden.

Die Erstaufnahmeeinrichtungen sind die ersten Anlaufstellen für Asylsuchende und Flüchtlinge, von denen in diesem Jahr bis zu 450.000 in Deutschland erwartet werden. Normalerweise findet hier die Registrierung und zumindest der Beginn der Asylverfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge statt.

Die Flüchtlinge werden danach auf die Kommunen verteilt, die zunehmend mit Unterbringungsproblemen zu kämpfen haben. Wegen der steigenden Zahl an Asylbewerbern platzen aber auch die Ländereinrichtungen für die Erstaufnahme aus allen Nähten. Die baden-württembergische Landesregierung hatte am Montag angekündigt, die Zahl bis Ende 2016 von 9000 auf 20.000 aufzustocken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Asylbewerber in Deutschland: Länder wollen mehr Plätze für Flüchtlinge schaffen"

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  • Wo kommt das ganz Geld plötzlich her? Ach ja, die Gebühren der Städt und Gemeinde steigen ja.

  • Asylverfahren dauern zu lange - NRW-Innenminister Jäger

    Was nützt ein Asylverfahren, also eine Prüfung eines Bewerbers auf Asyl, wenn ein negatives Ergebnis, eine Ablehnung zu nichts führt? D.h. wenn die abgelehnten Bewerber, jetzt schon mehr als 600.000, hier bleiben und nicht abgeschoben werden?

    Man kann sich doch die gesamte Prozedur und damit Personal sparen.
    Oder will sich die Regierung nur den Anstrich eines Rechtsstaates geben, der dann aber seine selbst verfassten Gesetze nicht anwendet?

  • Das wäre alles kein Problem wenn der Staat bzw. die Bundesländer ihrer Verantwortung nachkommen und abgelehnte Asylbewerber auch abschieben würden. Dann wäre mehr als genug Platz, Zeit sowie Geld für die echten Flüchtlinge da und der aktuell immer größer werdende Unmut in der Bevölkerung (nicht nur im Osten) wäre auch nicht zu spüren!

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