Atom-Transport
Verzögerter Castor nähert sich Gorleben

Aufgrund von Gleisblockaden kommt der Castor-Zug aus Frankreich nur langsam voran. Auch in Niedersachsen werden Aktivisten erwartet. Am Nachmittag soll es eine friedliche Demonstration mit tausenden Teilnehmern geben.
  • 5

Gorleben/FuldaBegleitet von Protesten und Blockadeaktionen hat sich der Castor-Transport mit Atommüll am Vormittag seinen Weg durch Niedersachsen gebahnt. Immer wieder kam der Zug mit den elf Atommüll-Behältern ins Stocken, weil Demonstranten auf die Gleise gelangten. In der Nacht zum Samstag war es im niedersächsischen Wendland erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Atomkraftgegnern und Polizei gekommen.

Ob der Transport aus dem französischen La Hague bereits am Sonntag oder erst am Montag das Zwischenlager Gorleben erreichen soll, war noch unklar. Zudem könnte starker Wind das Umladen der Castor-Behälter von der Schiene auf Lastwagen in Dannenberg verzögern. Meteorologen sagten für das Wochenende heftige Windböen voraus.

Unterdessen wurden für Samstagnachmittag nahe dem Umladebahnhof in Dannenberg tausende Atomkraftgegner zu einer Demonstration erwartet. Andere Castor-Gegner versuchten am Vormittag, über ein Waldgebiet an die Schienenstrecke zu gelangen, um den Zug mit der strahlenden Fracht aufzuhalten.

„Der 13. Castortransport (...) ist ein Symbol der gescheiterten Atommüllpolitik“, sagte eine Sprecherin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg. Die Anti-Atom-Gruppen fordern zudem, dass der Salzstock Gorleben - er liegt gleich in der Nähe des oberirdischen Zwischenlagers - nicht länger als mögliches Atomendlager untersucht werden dürfe. Er sei für die Entsorgung des hoch radioaktiven Abfalls nicht geeignet.

Der Castor-Transport ist der letzte mit hoch radioaktivem Abfall aus Frankreich nach Gorleben. Die Behälter mit deutschen Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in La Hague waren am Mittwochnachmittag gestartet. Mehrmals legte der Zug auch planmäßige Zwischenstopps ein. Insgesamt muss der Castor-Transport rund 1200 Kilometer von Frankreich bis ins Zwischenlager Gorleben zurücklegen.

Seite 1:

Verzögerter Castor nähert sich Gorleben

Seite 2:

Spektakuläre Kletteraktion kann Castor nicht aufhalten

Kommentare zu " Atom-Transport: Verzögerter Castor nähert sich Gorleben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sag mal Sepp, wo hast du denn diesen Unsinn her?
    Dir ist schon klar was passiert wenn man kontaminiertes Eisen einschmilzt?
    Benenne bitte eine Quelle wo du das her hast.- Aber bitte zieh da die Gebrüder Grimm nicht mit hinein

  • da weint die ganze republik krokodilstänen über rechtsextreme morde - zurecht!- und die toleranz gegenüber organisationen und symphatisanten dieser eher verbrecher als politisch überzeugten. wo bleibt die empörung bei diesen organisierten gewalttätigen? bei einem beschlossenen atomausstieg?
    ich weiß - diese gewalt ist bei unserer politischen korrektness mit rechtextremismus überhaupt nicht vergleichbar-geht wahrscheinlich nicht einmal in irgendwelche statistiken über politische gewalttaten ein. dennoch: rechtsbruch bleibt rechtbruch und die politik die einäugig dieses als dmokratische demonstrationsrechte verklärt, zumindest aber toleriert macht sich schuldig daran, daß polizei und öffentlichkeit einfach kapitulieren und den ordnungskompaß verlieren.

  • was die Oeffentlichkeit nicht weiss: Die CASTOR-BEHAELTER selber sind mit radioactiv versaeuchtem,also strahlenden
    Metallschrot ( FE-Granulat) armiertem Feuerfest-Beton ausgekleidet!
    Dieses Granulat wird in einer dafuer vorgesehenen Anlage beim Hersteller der Castoren mit dem Feuerfestbeton gemischt, und so elegant entsorgt.
    Da ist nix wiederaufzuarbeiten...
    Das Granulat stammt aus der Umschmelzung von radioaktiv versaeuchten metall. Komponenten der Atomkraftanlagen, die bei den Revisionen ausgetauscht werden muessen..;-) , tolles Geschaeft fuer denjenigen der es im Sack hat...und keinen Wettbewerb fuerchten muss.. und eine nette Entsorgungsstrategie verfolgt:
    Die Giesserei der Castoren.stellt sozusagen strahlende Muelltonnen zur Verfuegung fuer strahlenden Abfall!, nur dass dabei die Gelbe Tonne ebenfalls "MUELL" ist.
    Hier muessen 'mal Wissenschaftsjournalisten mit kiminellem Spuersinn & Wallraff Methoden ran!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%