Atomausstieg: Glos-Berater drängen auf Verlängerung

Atomausstieg
Glos-Berater drängen auf Verlängerung

Im Streit um den Atomausstieg empfiehlt eine von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) eingesetzte Expertengruppe eine Verlängerung der Restlaufzeiten um acht auf etwa 40 Jahre. Ohne einen solchen Schritt müsste in gut zehn Jahren fast doppelt so viel Strom wie heute aus teuren Gasimporten produziert werden.

HB BERLIN. Das stelle die von Glos-Staatssekretär Jochen Homann geleitete Gruppe fest, die ein energiepolitisches Programm erarbeiten soll, an dem hochrangige Wissenschaftler mitarbeiten, berichtet der "Tagesspiegel". Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte auf dpa-Anfrage, die Arbeiten an dem Projekt seien noch unfertig und würden im Herbst abgeschlossen.

Zugleich werden zur kurzfristigen Entlastung der Verbraucher von den hohen Energiepreisen laut Bericht soziale "Atomstrom-Tarife" vorgeschlagen. Das Angebot von billigerem Strom auf der Grundlage von preiswerter Atomenergie habe "eine soziale Komponente". Bei einer politischen Flankierung könne breiten Bevölkerungsschichten zugleich der Kostenvorteil der Kernenergie bewusst werden. Dies trage dazu bei, die Kernenergiediskussion zu versachlichen. "Eine Abkehr vom Ausstieg aus der Kernenergie ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und erforderlich", zitiert das Blatt aus dem Arbeitspapier.

Eine vermehrte Stromproduktion aus Gas würde angesichts der steigenden Weltmarktpreise die Verbraucher "mit mehreren Mrd. Euro" zusätzlich belasten, zitiert die Zeitung aus dem Papier. Deshalb müsse der Atomausstieg spätestens Anfang der nächsten Wahlperiode zurückgenommen und dann ein Kernenergie-Nutzungsgesetz auf den Weg gebracht werden. CSU-Chef Erwin Huber hatte vor einer Woche eine Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke von gut 30 auf sogar 60 Jahre ins Spiel gebracht.

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