Atomausstieg
Hoher Strompreis bedroht die Energiewende

Der starke Anstieg der Strompreise für Verbraucher und Betriebe alarmiert Politiker aus CDU und FDP. Immer lauter wird der Ruf nach Entlastung. Gekürzt werden soll dafür ausgerechnet bei den erneuerbaren Energien.
  • 29

BerlinDie Forderung nach einer Entlastung der Stromkunden stößt in der Politik auf Zustimmung. Spitzenpolitiker aus CDU und FDP warnen vor den Belastungen, die sich aus den stark steigenden Strompreisen ergeben. „Klar ist: Trotz der zusätzlichen Belastungen durch die Energiewende müssen die Strompreise stabil und bezahlbar bleiben", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dem Handelsblatt.

Eine Absenkung der Stromsteuer oder der Mehrwertsteuer sei einer von mehreren Denkansätzen für ein Gesamtkonzept zur Schonung der Bürger. Zusätzliche Einsparungen könnten sich etwa durch eine konsequente Verbesserung der Energieeffizienz ergeben.

Wie Haseloff denken auch andere Politiker aus den Reihen von CDU und FDP. „Die Energiewende stellt niemand infrage. Sie kann aber nur funktionieren, wenn die Kosten nicht durch die Decke gehen. Für Familien sind Energiepreise die modernen Brotpreise, für Betriebe ein entscheidendes Standortkriterium", sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle dem Handelsblatt. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sagte hingegen: "Alle wussten beim Ausstieg aus der Kernenergie, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben ist." Aufgabe der Bundesregierung sei es, die Energiewende so zu organisieren, dass sich diese Preissteigerungen im Rahmen hielten und Strom bezahlbar bleibe. Das sei auch möglich. Nach Ansicht von Altmaier wird die Energiewende nicht scheitern. Gebraucht würden neue Stromleitungen. Diese würden im Bundesnetzplan festgehalten, der spätestens Anfang nächsten Jahres verabschiedet werden solle.

Damit wächst der Druck auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Regierungschefin hatte vor gut einem Jahr im Zusammenhang mit den Beschlüssen zur Energiewende gesagt, die Bürger müssten auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden. Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien werde nicht steigen. Doch diese Zusage erweist sich als unhaltbar, weil die Kosten für die Förderung der erneuerbaren Energien stark wachsen.

Die Forderung, angesichts der steigenden Strompreise für einen Ausgleich zu sorgen, stammt ursprünglich vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Die Verbraucherschutzorganisation setzt sich für "kurzfristige Lösungen ein, die den Verbrauchern eine spürbare Entlastung bringen".

Ihr Vorschlag: Die Bundesregierung könnte die Stromsteuer von zwei Cent je Kilowattstunde streichen und so die Verbraucher um sieben Milliarden Euro jährlich entlasten. Oder sie könnte auf Strom den reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent anstelle des vollen Satzes von 19 Prozent erheben.

Seite 1:

Hoher Strompreis bedroht die Energiewende

Seite 2:

Kritik an Subventionen für erneuerbare Energien

Kommentare zu " Atomausstieg: Hoher Strompreis bedroht die Energiewende"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mit jeder installierten Kilowattstunde nehmen die Erneuerbaren Energien den großen Konzernen ein Stück ihrer liebgewonnenen Renditespielwiese weg, mit der sie sich über Jahrzehnte schön die Taschen vollgemacht haben, ohne in die Komponenten des Energiesystems sinnvoll zu investieren und es entsprechend zu modernisieren, die günstigen Börsenstrompreise, die den Erneuerbaren zu verdanken sind, die wurden nicht an den Endkunden weitergegeben, nur die Erhöhung der EEG Umlage, die wurde weitergereicht - aber dass die Konzerne die Konkurrenz der Bürgerenergie nicht kampflos hinnehmen, ist doch allzu verständlich, dass ihnen dabei in der Diskussion und Medienkampagne kein Argument zu fadenscheinig ist und selbst unwahre und halbwahre Dinge bis zum Erbrechen wiederholt werden in der Hoffnung, dass es auch nur genug Bürger glauben mögen, auch das ist nicht neu - aber die Energiewende geschieht, weil die Menschen begriffen haben, welche Chance sie damit haben. Es geht längst nicht mehr um die große Rendite für den Häuslebauer, sondern um das zukünftige dezentrale Energieversorgungskonzept. Und die Innovation wird den entscheidenden Fortschritt bringen, der eine saubere und versorgungssichere Vollversorgung aus Erneuerbaren Energien auch für eine Industrienation wie Deutschland möglich macht.

  • Die ganze Diskussion ist obsolet. Hier geht es nur um Geld! Die Konzerne - Energieriesen, Anlagenhersteller, Banken, die Spekulanten an Börsen und Terminmärkten alle brauchen eine Quelle um möglichst viel Geld zu pressen. Aus den Taschen der Bürger und des Staates als Fördermittel. Da ist so eine Energiewende gerade richtig. Gut ist dafür auch ein Klimawandel. Was genau ist eigentlich Klima?? Und Freunde, denkt nicht die Politiker wären der Staat. Der ist ein Gemeinwesen aller Bürger und in dieser Republik ein Selbstbedienungsladen für das "Kapital" und die Blindgänger von Rot über grün bis schwarz. Aber das ist halt die Natur des Menschen: Nimm wenn du kannst!

  • Da freuen sich die Häuslebauer, wenn sie die Hitler-Monster direkt in den Vorgarten gestellt bekommen. Sie bekommen 2000 Euro für die Unverkäuflichkeit, die Schlagschatten und den Dauerlärm. Ganz unbürokratisch.

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Und wer nicht hören wollte, wird fühlen, denn der EU-Faschoterror wird noch zunehmen.

    Das Ausland wird wach, während der Michel pennt. Das gibt 'nen Krieg und bei einem derart geldgeilen, verblödeten und verbohrten Volk ist es mir sogar recht.


Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%