Atomausstieg
Union beißt bei Stromkonzernen auf Granit

Die deutsche Stromwirtschaft will Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel im Gegenzug zu den von der Union zugesagten längeren Kernkraftwerkslaufzeiten nicht mit geringeren Strompreisen entgegenkommen.

HB BERLIN. Der Präsident der Kernenergie-Lobbyorganisation Deutsches Atomforum, Walter Hohlefelder, sagte: "Darauf können wir uns nicht einlassen". Der Strompreis bilde sich am Markt, und das solle so bleiben. Längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke würden zwar dazu führen, dass die Strompreise weniger stark stiegen als ohne einen solchen Schritt. Die Erwartung niedrigerer Strompreise allerdings sei unrealistisch, sagte Hohlefelder, der auch Vorstandsmitglied von Eon Energie ist.

Eine Zwangsabgabe für die Stromwirtschaft, wie sie Unions-Umweltexperte Peter Paziorek als Ausgleich für längere Laufzeiten ins Gespräch gebracht hatte, lehnte Hohlefelder als "ordnungspolitisch völlig inakzeptabel" ab. Paziorek hatte erklärt, die Versorger sollten einen Teil der Zusatzgewinne, die sie mit ihren Atommeilern bei längeren Laufzeiten erzielen, in einen Fonds einzahlen. Mit diesen Mitteln solle der Strompreis für besonders energieintensive Unternehmen gesenkt werden.

Hohlefelder beantwortete den Vorschlag mit einer Frage: "Welches Interesse sollten wirtschaftlich agierende Firmen an längeren Laufzeiten haben, wenn wir dadurch keinen Gewinn machen?". Im Übrigen liege die aus längeren Laufzeiten zu erwartende Rendite niedriger als Viele dächten.

Die "Financial Times Deutschland" berichtet unterdessen unter Berufung auf ein Gutachten des Ökoinstituts Berlin, die Kernkraftbetreiber könnten durch das Unionsmodell in Abhängigkeit vom Marktpreis bis zu 31 Milliarden Euro an nominalen Zusatzgewinnen erzielen. Bis 2010 würden 50 Prozent der Zusatzgewinne auf RWE-Kernkraftwerke entfallen, während zwischen 2010 und 2020 vor allem Eon profitieren würde.

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