Atomausstieg
Vassiliadis fordert Hilfe für die Industrie

Der Chef der Chemiegewerkschaft sorgt sich vor den industriellen Folgen des Atomausstiegs.
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Die Gewerkschaften sorgen sich angesichts der Energiewende um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. „Die Bundesregierung muss ein Interesse daran haben, die Belange der Industrie zu berücksichtigen“, sagte IG BCE-Chef Michael Vassiliadis dem Handelsblatt. Industrieunternehmen seien „die maßgeblichen Problemlöser für die Energiewende“, sagte er.

Hinter dem Appell des Gewerkschaftschefs verbirgt sich die Angst vor steigenden Kosten insbesondere für energieintensive Branchen: Der Umbau des Energieversorgungssystems werde sich spürbar auf die Preise auswirken, sagte Vassiliadis. Schon heute liegen die Industriestrompreise im europaweiten Vergleich im oberen Drittel. Gerade Unternehmen, die etwa Stahl, Aluminium oder Chemieprodukte zu Weltmarktpreisen verkaufen, können die Zusatzkosten nicht an ihre Kunden weiter geben.

Die Spitzen der Koalition hatten zu Wochenbeginn zwar bekräftigt, sie wollten den Energieintensiven ab 2013 Kompensationszahlungen von 1,2 Milliarden Euro jährlich gewähren. Dabei handelt es sich aber lediglich um einen Ausgleich für die Strompreiserhöhungen, die durch den Emissionshandel ausgelöst werden: „Die politische Zusage für diese Kompensation stammt aus einer Zeit, als von der Energiewende noch nicht die Rede war“, sagte Vassiliadis.

Die Industrie brauche zusätzlich „eine langfristige und verlässliche Kompensation der Mehrkosten, die durch die Energiewende verursacht werden“. Unsicherheit darüber lasse jede Investitionstätigkeit erlahmen. „Die Politik muss der Industrie Luft zum Atmen geben, wenn die Energiewende gelingen soll“, sagte der IG BCE-Chef.

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