Atomausstieg
Versorger wollen für längere AKW-Laufzeit bezahlen

Die Stromwirtschaft ist nun doch bereit, im Gegenzug für längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke die Schatulle zu öffnen: Die Versorger wollen in diesem Fall einen substanziellen Beitrag leisten - allerdings nicht für die Senkung der Strompreise.

str BERLIN. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, ist die Stromwirtschaft einhellig dafür, sich an einem Fonds zur Energieforschung zu beteiligen, wenn die Restlaufzeiten für die Meiler verlängert werden. Die Branche bringt damit Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Union und SPD zum Thema Atomausstieg. Die SPD lehnt eine Abkehr vom Atomausstieg ab, den die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2000 mit den Kraftwerksbetreibern vereinbart hatte. Die Union dagegen will den Betreibern längere Laufzeiten ermöglichen.

In der Politik war eine Fondslösung mehrfach diskutiert worden. Unionspolitiker hatten gefordert, die Kraftwerksbetreiber sollten einen Teil der zusätzlichen Gewinne, die sich aus einer Laufzeitverlängerung ergeben, in einen Fonds einzahlen. Für die Verwendung der Mittel gab es unterschiedliche Vorstellungen.

Die Branche hatte sich dazu bislang nicht geäußert. Nun heißt es, man sehe „gewisse Defizite“ in der Energieforschung und könne sich vorstellen, dauerhaft einen substanziellen Beitrag zu leisten. Der zu gründende Fonds sollte gemeinsam von den Energieversorgern und der Bundesregierung verwaltet werden. Es sei keinesfalls geplant, eine enge Zweckbestimmung festzulegen. Die aus dem Fonds finanzierte Forschung werde sich nicht etwa nur mit der Nukleartechnik befassen. Vielmehr sollten auch die erneuerbaren Energien einen hohen Stellenwert bekommen. Der Bund gibt für die Energieforschung bislang gut 200 Mill Euro aus.

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