Atomausstieg
Zweites deutsches AKW abgeschaltet

Als zweites deutsches Kernkraftwerk ist am Mittwochmorgen der Atommeiler im nordbadischen Obrigheim abgeschaltet worden.

HB KARLSRUHE. Nach Angaben des Betreibers, der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), wurde der Reaktor im ältesten kommerziell betriebenen Atomkraftwerk in Deutschland um 7.58 Uhr morgens für immer heruntergefahren. Das Kraftwerk ist nach Stade das zweite nach dem Konsens abgeschaltete AKW. Der Rückbau des in der Nähe von Heidelberg gelegenen Kernkraftwerks soll rund 16 Jahre dauern. Damit sind künftig noch 17 Atommeiler in Deutschland in Betrieb.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) warnte anlässlich der Obrigheim-Abschaltung davor, den 2002 zwischen Bundesregierung und Betreibern vereinbarten Atomausstieg aufzuweichen. Neben dem enormen Zuwachs an erneuerbaren Energien sei jetzt mit 19 Mrd. Euro Investitionen in hocheffiziente Gaskraftwerke und Anlagen der Kraftwärmekoppelung zu rechnen. "All diese neuen Investitionen und Arbeitsplätze würden gefährdet, wollte man die Laufzeiten der Atom- und Kohlealtanlagen verlängern."

CSU-Generalsekretär Markus Söder warnte dagegen vor negativen Folgen des Ausstiegs aus der Atomenergie. "Es werden massiv die Energiepreise in den nächsten Jahren steigen, weil andere, alternative Dinge nicht in dem Maß zur Verfügung stehen, wie es die Deutschen an Energie brauchen, das heißt hohe Energiepreise und der Verlust von Arbeitsplätzen“, sagte Söder im Bayerischen Rundfunk.

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