Atomdiskussion
Ausstieg mit unbestimmtem Datum

Ein rascher Atomausstieg ist für Angela Merkel beschlossene Sache, doch Jahreszahlen möchte sie nicht nennen. Das tempo müsse sich an dem Machbaren orientieren.
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Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will ungeachtet der Bedenken in der Wirtschaft und bei Teilen der FDP an einem raschen Atomausstieg festhalten. Die Energiewende sei ein Kraftakt, sagte Merkel am Dienstag beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Berlin. „Da müssen wir viele mitnehmen“, betonte die Kanzlerin und bekräftigte, dass sich das Tempo am Machbaren orientieren müsse. „Wir sind uns alle einig, klammheimlich Atomstrom von nebenan zu holen, wäre auch nicht die Lösung.“ Es gehe daher nicht nur um blanke Jahreszahlen, so Merkel. 

Die CDU-Chefin kommt am Sonntag mit den Koalitionsspitzen im Bundeskanzleramt zusammen, um über Art und Weise des Atomausstiegs zu beraten. Die Energieversorgung neu zu organisieren habe auch eine ethische Dimension, sagte die Kanzlerin mit Blick auf die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. 

Sie könne aus eigener Erfahrung sagen, dass die Frage alternativer Wachstumsmodelle bei vielen Bürgern, aber auch in der CDU, Bedenken hervorrufe. Merkel lobte die Arbeit der DBU, die seit 20 Jahren rund 7900 Projekte mit knapp 1,4 Milliarden Euro gefördert hat. Entstanden war die Stiftung aus den Erlösen beim Verkauf der bundeseigenen Salzgitter AG. „Wir würdigen heute eine Institution, die uns in vielerlei Weise hilft, die Augen zu öffnen“, sagte Merkel. 

Man gehe oft sorglos und verschwenderisch mit den Ressourcen um. Deshalb müsse die Nutzung der Natur im Einklang mit ihrem Schutz stehen, es gehe um die Verbindung von Ökologie und Ökonomie. Nach der Wiedervereinigung sei insbesondere im Osten viel getan worden, zum Beispiel gegen die Verseuchung von Flüssen. „Wenn ich nur an Wismut denke“, sagte Merkel mit Blick auf den dortigen Uranbergbau. „Das waren Sinnbilder für einen ruinösen Umgang mit der Natur.“ 

Für die Zukunft müsse besonders auch beim Energiesparen mehr passieren. Bei der Energieeffizienz würden die Chancen oft zu wenig berücksichtigt. „Hier liegen noch erhebliche Potenziale brach.“ Sie lobte das DBU-Programm „Haus sanieren - profitieren“, bei dem seit 2007 rund 11.000 Handwerker geschult worden sind, um Häuser so zu sanieren, dass sie möglichst wenig Energie verbrauchen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auch die Nachbarn Deutschland beherschen die Technik der Erneuerbaren Energiehen, also zu jeder Zeit einsetzbar, dagen verlieren die deutschen für immer eine Technologie die noch lange nicht am Ende ist.
    Ja ja! ich weiss die Ausländer sind dumm, aber das glauben nur die jenigen die den rest der Welt zeigen wollen wo es lang geht, sie vergessen dabei das die Zeit vorbei ist.

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